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Mittwoch, 25. Februar 2026

JacoMis Gedanken zu der Fasnacht in Bern


Der Fasnacht Umzug in der Stadt Bern wird vom Bär eröffnet. Der Bär ist seit dem frühen 13. Jahrhundert das Wappentier der Stadt und des Kantons Bern - Schweiz.
Der Legende nach soll ein Bär das erste Tier gewesen sein, das der Stadtgründer Herzog von Berchtold V. von Zähringen, bei der Jagd erlegte. 
Somit ist der Bär in der Berner Kultur tief verwurzelt. 
Wer den Bär lebendig bewundern möchte, kann dies beim schön angelegten Bärenpark tun.



Hallo liebe Leser und Leserinnen, hier sind wir wieder, die JacoMis.
Zur Zeit sind wir mit unseren Beiträgen etwas reduzierter als wie gewohnt. Das hat den Grund, weil Jaco und ich nach unserer Heirat zusammenziehen. Dies ist für meinen lieben Mann ein grosser Schritt, in seinem Alter noch ein " Schweizerbub" zu werden. Wir schlagen und ärgern uns mit Ämter herum, Versicherungen ect. und wieder einmal mehr sind wir am Kisten packen. Also liebe Leserschaft, Jaco hat den Kopf voll, ihr müsst mit mir, der Mis, vorlieb nehmen.

Um uns mal auf andere Gedanken zu bringen und " runter zu fahren " beschloss ich, Jaco die Berner Fasnacht zu zeigen. Leider bei garstigem Wetter. Aber echte Fasnächtler sind wetterfest. Das war ich ja viele Jahre, als ich noch in Bern lebte.
Oft war ich verkleidet als stille Beobachterin und ich erfreute mich an der Fantasie der Kostüme und ganz klar an der Musik der Guggen Gruppen. Später war ich regelmässig mit meinem Fasnachtskollegen, ein Transgender, unterwegs. Er als Frau, ich als Mann. Dies bis 2012.


Was wir zu dieser Zeit noch erlebten war ein " Fasnachtsgeist " der von der Bevölkerung getragen wurde. Die Fasnächtler waren viel mehr Maskiert und oft waren dies Familien, Vereine oder Cliquen, die mit viel Fantasie sich kostümierten und oft auch gleich mit der Kostümierung, mit vorgetragenen Texten oder einem hergerichteten Handwagen zu einem Gesellschafts - oder Politischen Thema Stellung nahmen. Bravo, dies ist ein tragender Teil einer Fasnacht. Es ist ein Brauch, der bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht.



Für mich persönlich war auch immer die Hexenfasnacht ein Highlight. Früher fand sie auf dem Rathausplatz statt, jetzt auf dem Münsterplatz. 




Jedes Fest, gerade ein Volksfest, steht oder fällt mit dem Gemeinschaftssinn. Es braucht Begeisterung, Leidenschaft und Herzblut. Dies ist unserer oberflächlichen Konsumgesellschaft abhanden gekommen. Aufgeputscht mit Drogen und Alkohol, muss ein Flash nach dem anderen her. Abtanzen in Discos und schneller Sex bis zum umkippen. Die social medias haben diese Gesellschaft voll im Griff und bestimmen bei den meisten ihr Leben. 
Ist dies Kultur...?! Wohl kaum. 
Ist dies eine gezielt ausgerichtete Absicht eines Phantoms...?! Wohl eher.
Nach dem uralten Brauch; Zuckerbrot und Peitsche...?! Das Zuckerbrot haben wir, die Peitsche wird noch kommen, da könnt ihr euch drauf verlassen, ihr Y und Z Generation.



Somit ist es kein Geheimnis, dass vielerorts das Interesse an Fasnacht, Guggenmusik oder anderen Aktivitäten, wo freiwilliges und aktives Mitwirken erforderlich ist, immer mehr nach Nachwuchs sucht.
Nun stellt sich mir die Frage, was ist denn mit den abertausenden von zugewanderten " Schweizer " ???!!! Jeder 3-4 Schweizer oder Schweizerin hat Migrationshintergrund.
Eine Wahlheimat hat nicht nur mit Profit und Abgrenzung zu tun. Es ergibt Sinn die Landessprache in Wort und Schrift zu lernen, sich mit dem Brauchtum auseinander zu setzen und sich als wertvolles Mitglied in der Gesellschaft zu engagieren. Gelegenheiten sind mit Sport - Musik - Natur - Umweltschutz - Sozialen oder Kulturellen Vereinen mehr als genug vorhanden. Somit wäre doch eine Fasnacht die Gelegenheit !!! In euren Länder wird getanzt, musiziert, ihr habt Brauchtum und bunte Kostüme.
Bildet Gruppen, zeigt uns was euch Freude macht und was ihr drauf habt.
Dies könnte für die Zukunft unserer Schweizer Fasnachten eine bunte und fröhliche Bereicherung sein. 



Um dies zu realisieren braucht es eine Lockerung von Seiten der Behörden. Statt einem Verbot für indigene Kostümierung, oder sonstigem Schwachsinn, wäre es sinnvoller Volksfeste wie eben unsere Fasnacht, international zu gestalten und mal die Fördergelder besser zu verteilen. Oder ja, es ist Fasnacht, da darf man der Obrigkeit die Meinung geigen...das heisst, weniger Geld im Ausland verteilen und die Schweizerbevölkerung mit ihrer Kultur fördern !!!



Wie immer zum Schluss des Fasnachts Umzugs kommen die " Putzfroue " ich übersetze: die Putzfrauen; und fegen die vielen Konfettis und die zahlreichen Zuschauer zusammen....Aber ein grosses Problem bringt auch die beste Putzequipe nicht weg. Seit Beginn unseres Fasnachtstreibens in Bern, bringen wir unsere Narren und Närrinnen nicht mehr aus dem Narrentempel heraus. Sie kleben auf ihren gut gepolsterten Narrensitzen in ihrem Narrentempel und frönen seit Jahrhunderten den sieben Todsünden:

1. Superbia ( Hochmut / Stolz )
2. Avaritia    ( Habgier / Geiz )
3. Iuvidia     ( Neid )
4. Ira           ( Zorn )
5. Luxuria    Wollust / Ausschweifung )
6. Gula        ( Völlerei / Masslosigkeit )
7. Acedia     ( Trägheit / Faulheit )

Ähh....dies nur in der Schweiz ?...urteilt selber....!!!

Ich sage " Tschou zäme "  Tschüss zusammen, bis zum nächsten Post, eure Mis von den JacoMis 😉



Sonntag, 22. Februar 2026

Der Narrenbrunnen in Singen


 

Liebe Leser und Leserinnen, hier sind wir wieder, die JacoMis mit ihrer bunten Welt.

Diese Woche ist etwas aus dem Ruder gelaufen, tja...Nobody is perfect.
Zudem, unser Blog Archiv ist randvoll mit interessanten, lustigen oder kritischen Beiträgen. Zugegeben, das ist so ein bisschen wie Ostereier suchen und wer uns ausschliesslich auf dem Handy lesen tut, der ist etwas benachteiligt. Also, liebe Leserschaft, nicht oberflächlich werden, von dieser Spezies haben wir mehr wie genug !!!
Macht euch einen schönen Kaffee oder Tee, macht es euch mit eurem Laptop gemütlich und lest JacoMis bunte Welt...😉

Deshalb möchte ich euch wieder einen speziellen Brunnen vorstellen, den Jaco und ich in Singen, Baden-Württemberg / Deutschland, entdeckt haben.
Den " Narrenbrunnen " vom Singener Künstler Gero Hellmuth.
Nach einer zwei jährigen Arbeitsphase wurde der Brunnen im Jahr 2010 eingeweiht. Sieben fast lebensgrosse Bronzefiguren, stellen verschiedene Typen der städtischen Singener Poppele Fasnacht - Zunft, dar. Das gab damals zu reden. Zumal es ja noch weitere bekannte Fasnachts Zünfte in Singen und Umgebung hat. Die auch alle ihre typischen Figuren,  Zunftwesen oder Zunftgegenstände haben.
Kurzerhand schlossen sie sich zusammen und gaben ihrerseits ebenfalls eine Figur in Auftrag. Den sogenannten " Vergessenen Narr ".

Aber jetzt geht es erstmal um diesen Narrenbrunnen.
Die Hauptfigur ist der sitzende Geist, der in der Mitte des Brunnens auf der Säule sitzt.


Der Sage nach war der Burgvogt Popolius Mayer, von der Burg Hohenkrähen, der Anfang des 15. Jahrhunderts gelebt hat, ein Schalk und ein Tunichtgut gewesen. Er hat ab und zu gerne die Leute geneckt. Er gab der Narren Zunft den Namen " Poppele ".
So auch die " Eierfrau " die er auf ihrem Weg in die Stadt erschreckt haben soll. Sie hatte einen Korb voll Eier dabei und sie ruhte sich auf ihrem beschwerlichen Weg auf einem Baumstrunk aus. Der Baumstrunk soll der verkleidete Popolius gewesen sein. Vor lauter Schreck liess die Eierfrau ihren Korb fallen und alle Eier rollten den Hang hinunter. Aber alle blieben ganz....


Eine weitere wichtige Figur ist der Narren - Polizist. Er ist eine der ältesten Singener Fasnachtsfiguren. Er hatte viel zu tun. Trunkenbolde, Diebe, keiffende Weiber und Lausbuben gab es schon immer. Zudem hatte er die wichtige Aufgabe, dem Volk die neusten Nachrichten zu verkünden. Das tat er mit Hilfe einer Schelle, bevor er die Neuigkeiten ausrief. Daher ist diese Fasnachtsfigur immer mit einer Schelle zu sehen.


Weitere Figuren sind der " Blätzlihansel " eine fröhliche Figur mit einem Gewand aus Stoffresten. Er verkörpert einen " Luftibus " der hauptsächlich Blödsinn im Kopf hat.
dann wären da die " Narren - Eltern " ihre Aufgabe ist zünftig Narrensamen zu produzieren, damit es Nachwuchs gibt für die Narrenzunft. Ebenfalls wichtige Figuren sind die  Narrenbaumholer. Sie vertreten das Handwerk und sie sind zuständig für das organisieren und aufstellen des Narrenbaums. Dies ist eine Kunst und erfordert viel Geschick und Präzision. Meistens wird so ein Narrenbaum auf dem Marktplatz aufgestellt und dieser Baum, eine Fichte, ist nicht selten 10 Meter oder sogar noch höher. Die muss dann Wind und Wetter stand halten !


Hier sind sie diese typischen Narrenfiguren der Poppele Zunft.





Nun ist aber der " Vergessene Narr " an der Reihe. Bei seiner Figur sind alle Symbole der übrigen Singener Fasnacht Zünfte dargestellt. Diese Figur ist an der Hauswand des ältestens Gasthofs in Singen " zur Sonne " zu bewundern.
Da wären dann eben noch die Burgteufel, NG Tiroler-Eck, Hohentwiel Hansele, NV Rebehansele, NG Grabenhupfer, NV Neu-Böhringen, Bruderhof Waldschrat-Zunft, Narren Freie Gruppen, NG Blumenzupfer, Poppele Zunft, Bleichbachgeister, NG Alt-Neu Böhringen, die Musikgruppen, Fanfarenzüge und Gruppen. Sowie die Gruppe:
Das weisse Herz. Sie hält die Erinnerung aufrecht an Christiane Rohrer und an einen ihrer Leitsprüche:

Humor ist der Schwimmreif im Strom des Lebens !!! 

Oh, wie wahr. Hier noch ein Bild des " Vergessene Narr "


Ich sage Tschüss und der nächste Post ist bereits in Arbeit....eure JacoMis.

Montag, 20. Januar 2025

Kulturen, ihre Masken und Speisen. - Basler Fasnacht -


Nochmal mein Acryl Bild aus der Serie Fasnacht - Meine Naive Kunst. Ich habe es im Post; 
" Fasnacht - Noch mehr närrische Fasnacht Geschichten " präsentiert.
Es hat den Titel: Der Bär ist los 

Liebe Leserschaft, hier ist aber nicht der Berner Bär der den Fasnachtsumzug in der Stadt Bern anführt, sondern jetzt wird zum Morgenstreich gepfiffen an der Basler Fasnacht.
Der Morgenstreich beginnt in Basel um Punkt 4 Uhr. Es wird die Beleuchtung der Innenstadt ausgeschaltet und dann ertönt das Kommando:
" Dr Morgestraich - vorwärts marsch ! " Jetzt beginnt für die Cliquen ( Gruppen ) das:        Säälig gniesse !!!
( Morgestraich = Morgenstreich - Säälig gniesse = Selig geniessen )

Zugegeben, Jaco und ich waren noch nie an der Basler Fasnacht dabei. Wir schauen gerne vom TV-Sessel zu. Menschenansammlungen im grossen Stil ist nicht mehr unser Ding. Am Morgenstreich gehen auch die Cliquen ihren eigenen Weg, nur beleuchtet von der Zuglaterne sowie den Stecken-und Kopflaternen. Und schon bald wärmt man sich in einer Beiz und geniesst eine wärmende Basler Mehlsuppe oder eine Zwiebelwähe, oder gleich beides zusammen. 


Na ja, der Jaco ist ein " Suppenkasper", der liebt jede Suppe. Ich hingegen bevorzuge eher eine gute Gemüsesuppe, Gerstensuppe oder eine italienische Minestrone Suppe. Jedoch bei der Zwiebelwähe bin ich auch dabei. Die mache ich nicht nur zur Fasnachtszeit oder im November wenn Zwiebelmarkt ist. Für die eventuelle " Blasmusik " die sich in den Hosen bemerkbar macht, sagen wir JacoMis nur; Leute, seid nicht verklemmt, in vielen Kulturen ist Rülpsen und Pupsen das natürlichste der Welt....und sonst hilft ein guter Kräuterlikör !
So, und nun ab in die Küche.

Rezept Basler Mehlsuppe

100 g Mehl - 2 Esslöffel Bratbutter - 1 Zwiebel, fein gehackt - 1 Kalbsfuss und 1-2 Markknochen - Salz und Pfeffer und 1 Fleischbrühewürfel.

Mehl in der Butter anrösten, bis das Mehl schön braun ist ( auf den Punkt, haselnussbraun, nicht verbrennen ! ) Die gehackte Zwiebel dazugeben und auch leicht anrösten. Nun mit etwas kaltem Wasser in kleinen Portionen ablöschen. Nehmt für das die Pfanne von der Herdplatte, das Mehl und die Zwiebeln dürfen nicht anbrennen, sonst wird die Suppe bitter.
Und rühren...rühren. Es darf keine Mehlknöllchen geben. Jetzt kommt 1 Liter heisses Wasser dazu. Und rühren. Nun kommt der Kalbsfuss und die Knochen dazu, der Fleischbrühwürfel und Salz und Pfeffer. Die Suppe eine gute Stunde schön leise köcheln lassen. Angerichtet wird die Suppe mit etwas Reibekäse bestreut. Der Kalbsknochen und die Markknochen sind nur für den Geschmack und die Konsistenz.

Rezept Zwiebelwähe oder auch Zwiebelkuchen genannt

10 g Hefe - 1 Prise Zucker - 1 Esslöffel lauwarmes Wasser - 50 g Butter - 1 Deziliter Milch - 500 g Mehl - 1/2 Teelöffel Salz - 500 g Zwiebeln, fein gehackt - 150 g Speckwürfelchen - Salz und Pfeffer - 2 Deziliter Rahm - 3 zerklopfte Eier.

Der Teig:  Hefe und Zucker im Wasser auflösen. Butter schmelzen, zuerst mit der Milch, dann mit der Hefe vermischen. Mehl und Salz in eine Schüssel sieben, das Hefe-Butter-Milch-Gemisch darunter kneten und 1/2 Stunde an einem warmen Ort aufgehen lassen.
Dann wird der Teig ausgewallt und auf einem runden Kuchenblech ( mit Backpapier ) ausgelegt. Der Rand muss etwa 2-3cm hoch sein. Man kann auch eine Springform nehmen.

Der Belag:  Ein wenig Olivenöl in die Bratpfanne geben. Speckwürfelchen anbraten und die gehackten Zwiebeln dazugeben und dünsten bis sie weich sind. Mit Salz und Pfeffer würzen. Dann auskühlen lassen. Die Eier zerklopfen und mit dem Rahm mischen. Ich gebe noch etwas Muskatnuss dazu. Nun kommen die Zwiebeln mit den Speckwürfelchen dazu. Den Teig auf dem Kuchenblech mit einer Gabel mehrmals anstechen, damit beim backen keine Blasen entstehen. Nun die Masse auf dem Blech schön gleichmässig verteilen. Im vorgeheizten Ofen, mittig bei Ober und Unterhitze bei 200 Grad oder Umluft bei etwa 180-190 Grad, 30 bis 35 Minuten backen. Den Kuchen heiss servieren.
Mache ich diesen Zwiebelkuchen als Mahlzeit, so gibt es einen grünen Salat dazu. Und weil er so gut schmeckt, es in der Küche gut duftet und gemütlich ist, so passt doch ein Glas Cidre oder ein Weisswein oder Rosado gut dazu. " Proscht u ä Guete " 😉

Datum Basler Fasnacht:  Dienstag 4. März 2025



Sonntag, 19. Januar 2025

Im Fasnacht Museum Basel - Meine Gedanken


Ein Bild aus der Serie Fasnacht, Meine Naive Kunst. Es besteht aus mehreren Schichten mit Ölkreide wo ich mit einer Kratztechnik gearbeitet habe. Titel: Der tanzende Fritz. 
Der tanzwütige Fritz war ich, als ich als " Einstein " an der Berner Fasnacht unterwegs war. 

Liebe Leserschaft, beim zweiten Teil meines Posts von Kulturen und Masken, geht es wieder nach Basel zum Museum der Kulturen. Aber diesmal nicht ins Hauptgebäude, sondern in ein kleineres Nebengebäude, wo in historischen Räumen eine sehr interessante und farbenfrohe Dauerausstellung zur Basler Fasnacht zu bewundern ist.



Die Basler Fasnacht darf stolz sein. Seit 2017 ist sie in der repräsentativen Liste der UNESCO für immaterielles Kulturerbe der Menschheit.
Dementsprechend zeigt die Ausstellung Kostüme, Laternen, Larven und Musikinstrumente aus verschiedenen Zeit Epochen. Viele Kunstschaffende beteiligen sich an der Gestaltung der schönen und aussagekräftigen Laternen.


Drei Räume widmen sich der Larven Kunst.




Im ganzen Museum für Kulturen und eben auch hier im Fasnacht Museum, wird alles übersichtlich und interessant dokumentiert. Es lohnt sich durchaus sich durchzulesen. So kann man lesen, dass die Kunst der Larvengestaltung nicht eine alte Basler Tradition ist.
Bis in die 1920er-Jahre wurden die Larven aus Gewerbebetrieben von Sachsen und Thüringen importiert. Auch die " Waggismasken " stammten aus Italien und die feinen Wachslärvchen kamen aus Holland, Frankreich und Italien.


Das ist ein " Waggis ". Ein klassischer Basler Fasnachtstyp. 

Ebenfalls ist zu lesen, dass die " Basler Fasnacht " und nicht nur die, in Frage gestellt wird. Ist es Luxus, eine " Umweltverschmutzung ", eine Geldverschwendung...?
Fest steht, es gibt die " angefressenen Fasnächtler ", die es fast nicht erwarten können, bis die Fasnachtszeit wieder losgeht. Dann gibt es die " Fasnachtsmuffel " die ausreissen und fliehen, weil sie mit diesem " Theater " nichts anfangen können und gebeutelt werden, wenn sie in der Innenstadt, wo diese Fasnacht ja stattfindet, eine Wohnung haben.
Nun gut...Event ist Event. Da kann man geteilter Meinung sein.
Dem stelle ich aber folgende Überlegung entgegen: Was ist mit Loveparade...was ist mit Auto und Motorrad Events....was ist mit Mega Musikkonzerte....was ist mit Mega Fussball und Sportanlässen....und was ist mit Feuerwerk das mittlerweile bei jedem grösseren Fest, an Silvester und bei internationalen Feuerwerkwettkämpfen, statt finden....??!!
Auch da kann man durchaus drüber nachdenken. Ist nicht auch das Geldverschwendung, das sinnvoller für unseren Planet eingesetzt werden könnte. Es wird zu diesen Anlässen hingeflogen, Car weise hingefahren. Unsere Natur, die Abfallberge und die " Klimaveränderung ", mit der ja die Politik als Druckmittel weltweit agiert, haben an all diesen Events auch keine Freude. Von der Tier und Pflanzenwelt reden wir gar nicht....
Kommende Generationen haben mächtig zu tun auf diesem Planet, wenn sie denn noch die Chance haben....??!!



Liebe Leserschaft, in Teil 3 dieses " Kulturen und Masken Posts " sage ich: 
Morgenstreich - vorwärts, marsch ! und es geht in eine " Beiz " ( Lokal ) wo es was uriges zu essen gibt.






Mittwoch, 14. Februar 2024

Fasnacht - Noch mehr närrische Fasnacht Geschichten

Die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht ist mit dem Aschermittwoch ausgeläutet. Jedoch vielerorts beginnt es jetzt erst.....so auch in meiner Heimatstadt Bern-CH

Hier wieder ein Acrylbild aus meiner Serie: Meine Naive Kunst und der Serie: Bern, Stadt und Land. Zu sehen ist der Schlussumzug der Berner Fasnacht. Allen voran geht das Wappentier, der Bär. Im Hintergrund spielt die Guggenmusik " Mutzopotamier " mit einer Kostümierung nach den Figuren des Malers Paul Klee.
Titel des Bildes:  Der Bär ist los



In der Schweiz ist die Fasnacht in der Stadt Bern, nach Basel, Luzern, die drittgrösste. Sie beginnt am 11.11 um 11. 11 Uhr.....und das auf dem Bärenplatz, der ist mitten in der Stadt. Der Bürgermeister der Stadt kommt mit dem Bär, eine Person in einem Bärenkostüm, und der Bär wird im Käfigturm für seinen Winterschlaf bis zum Donnerstag nach Aschermittwoch, eingesperrt. Der grosse Schlüssel wird sichtbar im Kerkerfenster aufgehängt. Diese Prozedur wird mit Guggenmusik begleitet. Am Donnerstag ist dann die Bärenbefreiung. Eine bekannte Damenprominenz tanzt dann auf der Bühne mit dem Bär den Bärentanz. Dann wird die Fasnacht für drei Tage  " i chüblet " auf deutsch, eingetrommelt. Am meisten los ist am Freitag. Am Nachmittag ist auf dem Münsterplatz die Kinderfasnacht und am Abend in der Unterstadt das tolle Treiben. Es sind vier Bühnen verteilt, wo die ca. 50 Guggenmusiken und sonstige kleinere Formationen ihre Konzerte geben. Die vielen Bars, Restaurants, Kellerlokale sind zum bersten voll. Es wird Vorgetragen, Theater gespielt und viele Guggen kommen in die Lokale spielen. Auf dem Rathausplatz ist die Hexenfasnacht.....das dauert bis zum umkippen ! Am Samstagmorgen ist auf dem Schmiedeplatz der Bassisten-Kongress und die Tubas und Sousaphons geben ihr bestes. Am Nachmittag ist zum Abschluss der grosse Umzug der Guggenmusiken und Fasnacht Vereine. Beendet wird das ganze mit einem Monsterkonzert auf dem Bundesplatz. Am Sonntag liegt man den ganzen Tag im Bett zur Erholung......

Dies ist ein kleines Bild aus meiner Serie: Gekratzte Bilder-Meine Naive Kunst
Es sind mehrere Ölkreide Schichten, wo ich das Motiv herauskratze
Das Motiv ist wieder die Guggenmusik Mutzopotamier
Der Titel: Esther im Glück



Was glaubt ihr wer jeweils am Freitagabend mitten im Geschehen war.....na?....genau, die zwei schrägen Fasnacht Gestalten.

Mal waren wir als " die schöne und imposante Helvetia und ihr Schweizersoldat als Bewachung " unterwegs. Das war ein Ding. Laut Wetterbericht sollte es eine kalte Nacht werden. Also....Skiunterwäsche, warmer Pullover, warme Hosen, zwei paar Strümpfe, Wanderschuhe und über das alles ein Schweizer Militärmantel und Militärmütze. Dann kam ein Föhneinbruch...!!! ich wurde in den Kleider gekocht. Ihr müsst wissen, mit Schweizermilitärkleider kann man nach Sibirien. Da schwitzt man auch noch bei 40 Grad minus....eben Schweizer Qualität !!!

Ein anderes Mal waren wir als Pirat und Piratenbraut unterwegs. Ich schwärzte wieder meine halblangen Haare, Kopftuch, Ohrring, Gesicht braun getönt, viel Kajal um die Augen und zur Krönung musste noch ein Schnauz und ein Kinnbart hin.

Nun frage ich euch:  Kennt ihr " das Feuer im Elsass " ?!  Das ist eine Gegend in Frankreich. Das Feuer im Elsass bedeutet: es brennt höllisch.  Ihr kennt das nicht ? Aber ich.....als Künstlerin und Bastlerin kenne ich natürlich bestens zwei Komponenten Sekundenleim ! Ich dachte mir, das ist die Lösung. Gedacht getan. Eins...zwei...drei und ran ans Gesicht mit diesem Schnauz und Bart. Macht es mal, dann kennt ihr das Feuer im Elsass auch....!!! Das Resultat war gut, das Zeug hat gehalten, und wie....beim entfernen kam die Haut auch gleich mit. Rund um den Mund schwoll ich an und mutierte zu einem Pavianaffen. Vierzehn Tage war ich mit Kamillosan Creme am hantieren.....
Aber es kommt noch besser.
Mein Transgender Freund wollte unbedingt mal eine Braut im schönen weissen Hochzeitskleid sein. Das war schon ein Kunststück für sie, in ihrer Grösse im Internet ein wallendes Kleid zu finden. Es gelang und sie wurde eine hübsche, grosse und mächtige Braut....Na ja, zu dem Zeitpunkt hatte er sich einen Schmähbauch angefuttert. Mit dem Hochzeitskleid drüber sah er aus.....aber verratet es niemandem.....wie eine schwangere Bergente !
Also, musste da wieder eine Story her und ich hatte die Idee, wir machen das ganze cool, ich verkleide mich als Graf Dracula und als 120 jähriger Lüstling hätte ich sie geschwängert und wir müssten heiraten. So machten wir es....
Ich, weisse neue ( Maler ) Kleidung, schwarzes Hemd, rosa Lederfliege, schwarzer eleganter Hut, schwarze spitzige Stiefel, rosa Pochette und das Gesicht weiss grau eingefärbt, Runzeln, rote Augen, blaue Lippen, weisse Perücke und jetzt kommts....Dracula Zähne. Das Dumme war, es waren nur noch zwei Riesendinger im Sortiment. Die waren für meine Eckzähne zu gross, aber die wollte ich haben. Also half da Kukident forte....Die Folgen war ich mir noch nicht bewusst.

Jedenfalls sah ich richtig abgefuckt aus und wir zwei gingen auf die Piste....tanzen, lustig sein, als Fotomodel hinstellen, das war alles ok. Dann hatten wir Hunger und bestellten uns eine Suppe mit Bockwurst und Brot. Tja....esst das mal mit solchen Zähnen. Ich konnte den Löffel drehen und wenden wie ich wollte, ich kam nicht in den Mund, nicht mal mit einem Kaffeelöffel....wir lachten Tränen. Der Wirt pürierte mir die Suppe und ich bekam einen grossen Strohalm. Nun kam die Wurst und das Brot, unmöglich, ich konnte auch nicht richtig kauen....diese Zähne taugten nur zum Blut saugen!!! Mittlerweile hatten wir die halbe Beiz um uns versammelt, alle grölten vor lachen. Einer hatte die Idee, wohl ein Handballer, ich solle kleine Stücke schneiden und die mir in den Rachen werfen.....ausgerechnet ich, wo ich noch nie treffen konnte. Kurz und gut, ich wurde von mehreren beworfen...
Eine Überraschung kam dann noch Zuhause. Kukident forte hält wie Beton....heilige Mutter Gottes....das ganze Wochenende habe ich an diesen Zähnen geschliffen und gehämmert und befürchtet ich müsste noch als Notfall zum Zahnarzt.....Diese Fasnacht werde ich so schnell nicht vergessen.
Also, liebe Leserschaft, so kann es gehen, wenn man eben eine schräge Fasnacht Gestalt ist. Aber jetzt ist ausgeäschert.......Aschermittwoch ist durch, diese Fasnachterlebnisse mit meinem Transgender Freund waren einmalig. Mit meinem "Jaco " geht es gesitteter zu und her und das ist gut so. Zumal ich ja in meinem Alter etwas vernünftiger......ach quatsch....man lebt nur einmal !!!




Fasnachtsbrauch - Gestern und Heute


 Nochmal ein wenig Geschichtliches über die Fasnacht.

Warum schreibe ich hier nochmal einen Bericht über die Fasnacht?! Es ist dieses Jahr für mich  eine neue Erfahrung der Fasnacht. Ich kenne die Berner Fasnacht, die Luzerner Fasnacht, den Katalanischen Fasching und aus dem Fernsehen die verschiedenen Karnevalssendungen.
Hier in Tuttlingen-D habe ich das erste mal eine traditionelle Fasnacht erlebt. Ich bin begeistert !!!
Sie wird die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht genannt. Gelebt wird sie im Südwesten von Deutschland und in der Nordost-und Zentralschweiz. Charakteristisch sind die Masken und die Kostüme. Es sind jedes Jahr dieselben, weil sie eine Bedeutung zum Ausdruck bringen. Zwei der ältesten Fasnacht Figuren sind der Teufel und die Fasnacht Hexen. Auch die Wilden Leute, die Narren, die Sagengestalten, die Tiergestalten und die unmaskierten Repräsentationsfiguren.

Seit 2014 zählt die Schwäbische-Alemannische Fasnacht zu dem immateriellen Kulturerbe der UNESCO.....Bravo !!!

Aber die Fasnacht ist viel...viel älter.
in Mesopotamien wurden 3000 Jahre vor Christus die ersten urbanen Kulturen gefeiert. Es waren Priester-Könige, und Herrscher Familien, die während ein paar Tagen mit ihren Sklaven und Sklavinnen ein Fest feierten. Während diesen Tagen wurden diese Sklaven den Herrscher gleichgestellt, durften mit ihnen essen und durften ein freies Wort reden, ohne dass sie dafür hingerichtet wurden......                                                                                         Haben wir in unserer heutigen Zeit Probleme...?! Zu diesem Thema muss ich auch noch schreiben. Wie sagt man so schön in der Schweiz, wenn man über ein Ereignis empört ist:  es haut einem den Schnuller ( Nuggi ) raus....da gibt es doch täglich Berichte, wenn man die Medien hört, sieht und liest....!!!

Vom 12-16 Jahrhundert wurden im Mittelalter überall Narrenfeste gefeiert. Die christliche Kirche förderte diese Feste. Sie versinnbildlichte in diesen Festen die Sünden der Hölle und des Teufels....das war gar nicht mal so unwahr. Es wurde mit Speis und Alkohol der Völlerei bis zum Exzess gefrönt. Öffentlich wurden sexuelle und oft auch brutale Akte ausgelebt....Die Kirche verlangte dann Abbitte ( Geld) und ab Aschermittwoch wurde unter strengster Aufsicht die Fastenzeit und die Zeit der Sühne und der Reue, bis Ostern, verordnet. Wer sich nicht daran hielt wurde hingerichtet. Dann nach Ostern waren all die Sünden vergeben und man konnte wieder drauflos leben.....

Da bleibe ich mit meiner Meinung besser hinter dem Berg. Alle, die bei diesem ausschweifenden wenn nicht sogar perversen Gelage ihr Leben hergeben mussten, Familienmittglieder oder ihre Kinder verloren, geschlagen wurden oder mehrmals aufs brutalste vergewaltigt wurden, konnten wahrscheinlich mit " Vergebung der Sünden nichts anfangen." Aber sie mussten sich fügen und schweigen, sonst drohte Hinrichtung.

Tja....Wo Schatten ist, ist auch Sonne und umgekehrt. Wo GUTES wohnt, da wohnt auch das BÖSE. Positive Energie verlangt nach negativer Energie. Leben ist Energie....im Himmel wie auf Erden ! Ein Kreislauf der nie enden wird. Leben ist Kampf. In der Tierwelt, Pflanzenwelt und bei uns Menschen. Wir sind ein Teil dieses Natur-Kreislaufs. Eigentlich nichts anderes als ein Raubtier mit zwei Beinen....FRIEDEN gibt es nur in unserem Herz und unserem Seelengarten. Hofft nicht auf den Himmel, der besteht aus positiver und negativer Energie. Aber vielleicht gibt es doch noch einen Erzengel, der beim Tor zum Pantheon steht und selektioniert.....Herrscher und Herrscherinnen vom Altertum bis zur heutigen Zeit....mit eurem Sündenregister, ab in die Hölle für ewige Zeiten. Unterdrückte, Vertriebene, Opfer, Genötigte und unfreiwillig Ausgebeutete.....in den Himmel. Dort könnt ihr hosianna singen, Glockenklänge hören und alle haben ihre weiche Wolke, Flügelchen und nichts anderes als ihre unschuldige Nacktheit. Na, liebe Leserschaft, entscheidet selber wo ihr hinwollt...!

Die Reformation ( Danke, Martin Luther ) setzte diesem Treiben einen Riegel vor. Erst viel später wurde die Fasnacht durch verschiedene Zünfte wieder ins Leben gerufen, so wie wir sie heute kennen und erleben dürfen....Zum Glück. Denn bei all dem närrischen Treiben darf man eines nicht vergessen. Fasnacht, Karneval oder auch Fasching fördert den Gemeinschaftssinn, das " auf etwas hinarbeiten ", Fröhlichkeit und für ein paar Tage die Alltagssorgen vergessen. Auch die Gastronomie freut es, und alle, die mit diesen schönen und grossen Festivitäten, eine Existenz haben. Was mich ebenso freut, ist die Tatsache, dass auch Menschen aus anderen Kulturen genauso ihre Freude an diesem bunten, Narri - Narro, haben......Es gäbe noch viel zu schreiben zu diesem stark umstrittenen Fasnachtstreiben.....

Wer sich in dieses sehr interessante geschichtliche Thema weiter vertiefen möchte, dem empfehle ich die Seiten in Wikipedia auf Google.





Sonntag, 11. Februar 2024

Fastnacht in Tuttlingen am 10.02.2024

Die Fastnet begann am Schmutzigen Donnerstag (08.02.2024) um 6.00 Uhr morgens mit dem Umzug der Hemdglonker. (Weiß gekleidet und mit Pauken & Trommeln ausgestattet.) Dabei wird ordentlich Krach gemacht und die Narren werden geweckt. Um 19 Uhr wurde der Narrenbaum am Marktplatz per Hand aufgestellt. Bei einer Höhe des Narrenbaum von mehr als 12 Meter, ein beeindruckendes Schauspiel. 

Am 10.02.2024 um 14 Uhr war es endlich soweit, der 45. Umzug mit einer Dauer von fast 2 Stunden in Tuttlingen, konnte beginnen. 62 Gruppen mit 2000 Mitwirkenden sorgten für die 4000 Narren an den Straßen für ein Spektakel für Augen und Ohren. 

Viele Hexen und Konfetti, jede Menge Guggenmusiker in Kombination mit kreativen und bunten Kostümen prägten den 45. Umzug, den der Narrenverein Honberger erneut als Erfolg verbuchen kann. Hier noch ein paar Bilder vom Spektakel... 












                                        Der Narrenbaum in Tuttlingen


Samstag, 10. Februar 2024

Fasnacht - Zwei schräge Gestalten

Dies ist ein Erlebnis aus meiner Fasnacht Zeit, als ich noch in Bern-CH lebte.

Hier wieder eines meiner Acrylbilder aus meiner Serie: Meine Naive Kunst
Der Berg ist das Matterhorn und die Gestalten, genannt " Tchäggättä "  sind im Wallis während der Fasnacht unterwegs. 
Der Titel:  Wintergeister



Wie ich in der Fasnacht Geschichte Teil 1 geschrieben habe, waren mein Fasnacht Freund und ich ein auffälliges Fasnacht Paar.
Es war nicht nur der Grössenunterschied und der Rollentausch, nein, unsere Kostümierung war auch auffällig....Eines muss ich meinem Transgender Freund zugestehen, die Verwandlung von einem Mann in eine Frau gelang ihm gut. Er hatte Geschmack was die Kleidung betraf und auch beim Make up und der Frisur gab er sich grosse Mühe. Mit anderen Worten, ich konnte mich mit ihm sehen lassen.....

Interessant war jeweils die Reaktion der Leute. Wenn sie uns sahen war meistens ein Schmunzeln, ein freches Lachen und freche Sprüche, ein Pfeifen.....oder es ging grad zur Sache....andere Transgender Männer oder Schwule machten Komplimente über den Busen, die langen Beine, das zugeschnürte Korsett, das ihm fast die Luft zum atmen nahm....sie fanden meine Lady einfach geil !!!
Mich guckten sie an, sahen trotz meiner " Männermaskerade " sofort, dass ich eine Frau war und einer wollte es mal genau wissen, er langte mir an den Busen und zwischen die Beine und sagte zu seinem Kollegen:   Die ist echt !

Da gab es aber auch die irritierten, verunsicherten oder die Gemeinen die abschätzend bemerkten:  eine aufgetackelte Tunte ! Mich trafen dann jeweils fragende und mitleidige Blicke. Mir oder uns war das egal, wir wussten wer wir waren und was wir sind und wir wollten nur eines:  Spass haben....Guggenmusik hören....tanzen....herumalbern.....Kostüme bewundern und viel lachen !!! Und ihr werdet es kaum glauben, aber all das gelang uns spielend ohne Alkohol, ohne kiffen oder bunten Pillen......!!! Wir wollten beide den Überblick haben und jeder von uns hatte dann in den frühen Morgenstunden noch eine längere Autofahrt nach Hause. Auch da tickten wir auch gleich......null Promille und null Drogen am Steuer !!! Uns begann es sowieso ab 1 Uhr zu stinken, lauter besoffene und zugekiffte Fasnächtler, überall Scherben, in den Ecken Gekotztes und Pisse......Es gab mal noch Zeiten, da pflegte Mann und Frau.....KULTUR !!!

An dieser Fasnacht war unser Thema: Western 

Mein Freund verwandelte sich in eine hübsche und aufreizende Saloon Dame.
Ich wollte schon immer mal ein Sheriff sein. Nun müsst ihr wissen, der wilde Westen faszinierte mich schon als Jugendliche. Puppen hatte ich wenige, dafür schnitzte mir mein Opa, Pfeil und Bogen. Mein Fahrrad war gleichzeitig mein Pferd. Mein bescheidenes Taschengeld investierte ich in Comic Hefte, aber nur in eine Sorte:  Schwarzer Adler
Wow....war ich in den verliebt. Wenn heiraten, dann nur den oder eventuell noch Winnetou.
Später und eigentlich bis heute, sehe ich gerne einen guten alten Western. Auch da hatte ich meine Favoriten: John Wayne...Clint Eastwood...Charles Bronson....

Mein Kostüm bestand aus:  Cowboystiefel, Sporen, Jeans, Chaps und Gilet aus Leder, Hemd, ein Bandana, Hut.....und Sheriff Stern. Bewaffnet war ich mit einer Zündplätzchen Pistole und einem Schweizer Taschenmesser......grrrrrr !!!

Wir zwei hübschen Fasnacht Gestalten waren unterwegs zur Innenstadt wo das Fasnachttreiben war. Ich verweilte bei einem Schaufenster, als meine Saloon Dame plötzlich laut um Hilfe schrie.....Hilfe....Hilfe....der Kerl will mich küssen....und sie rannte in ihren Stöckelschuhen auf den nächsten Hauseingang zu. Leute....das war ein Bild für die Götter! Ich habe nur noch gelacht....Hilfe....komm Hilf mir....dieser Kerl will was von mir.....!!! Nun begriff ich, das dieser Blödmann wohl spitz war wie Nachbars Lumpi....Mit einem Schlag war ich mitten in einem Westernfilm, Mädchen jetzt kommt dein Einsatz.....
                                                                                                                                                   Ich rückte den Pistolengürtel zurecht, den Sheriffstern machte ich sichtbar, kniff die Augen zusammen wie Charles Bronson und mit dem Schritt von John Wayne ging ich auf den Typ zu.....schon hatte er meine Pistole im Rücken.....Hau ab du blöder Affe....schrie ich, das ist meine Braut. Ich zähle bis zehn, wenn du nicht verschwindest bist du ein toter Mann. Eins....zwei....drei...vier....Er liess von meiner Braut ab und rannte davon. Ich ein paar Schritte hinterher und zur Sicherheit schoss ich noch ein paar mal mit meiner Zündplätzchen Pistole in die Luft......so, erledigt!!!
Galant bot ich meiner etwas bleichen Saloon Dame den Arm und wir marschierten in die Stadt....  Ich bin der Sheriff und es ist meine Stadt.

Mittwoch, 7. Februar 2024

Fasnacht - Meine lustigen Erlebnisse

Hier ist meine gemalte Frau Galka Scheyer, nach einer Vorlage von Paul Klee 
Das Bild aus meiner Serie: Meine Naive Kunst, hat den Titel:  Was zum Geier macht Frau Scheyer

Sie war an einer Fasnacht in Bern - Schweiz die Maske eines Mitglieds der Guggenmusik      "  Mutzopotamier "


Die Fasnacht rückt näher....und ich kriege wieder dieses kribbeln und mein Puls steigt....
Ja liebe Leute, ich habe Fasnachtsgene im Blut.....

Schon in meiner Kindheit hörte ich von meinen Eltern den Satz:  Kind, nach wem kommst du...???!!! Vater sagte gleich als erster, also nach mir nicht....! Mutter schüttelte ebenfalls den Kopf und sagte, nach mir auch nicht....!
Aha....will heissen, ich stamme entweder vom heiligen Geist ab....oder ich bin dem Teufel vom Karren gesprungen....!
Das Rätsel ist mit Hilfe alter Familienfotos und dem guten Gedächtnis meiner Mam längstens gelöst. Die Familie meines Grossvaters, also der Vater meiner Mutter, waren eben Kunsthandwerker, Musiker und eine lustige und etwas schräge Truppe....bei mir scheinen diese Gene wieder durchzuschlagen....!!! Oder ist es etwa mein Sternzeichen: Skorpion ?!
Da kann ich aus Erfahrung sagen, die fliegen zum Himmel um sich den schönsten Stern zu schnappen.....und die steigen die Treppe zur Hölle runter und geben dem Teufel einen Tritt in den Hintern....so, jetzt wisst ihr, mit wem ihr es zu tun habt.

Also....für meine Fasnacht Aktivitäten hatte ich ein paar Jahre einen speziellen " Fasnacht Freund ". Ich war verheiratet, er war verheiratet, aber unsere Ehepartner fanden Fasnacht doof....wir nicht und so beschlossen wir gemeinsam die Berner Fasnacht aufzumischen. Das gelang uns auch. Wir waren nämlich ein spezielles Paar.

Mein Fasnacht Freund war ( oder ist es noch immer) ein Transgender. Wir hatten beruflich miteinander zu tun und ich bemerkte schon bald, das er anders war als das, was ich unter dem Begriff  " Männer " verstand.....er klärte mich auf und zum besseren Verständnis brachte er mir entsprechende Bücher zum lesen. Ok....der Fall war klar, null Problemo für mich. 
Damit das bei diesem heutigen " Gender Wahnsinn " der zelebriert wird, mal gesagt wird: Leute....ihr seid nichts Besonderes !!! ihr habt einfach einen Fehler in eurer Programmierung wo ihr nichts dafür könnt. Aber das gibt es schon seit Urzeiten. Bei allen Völker, in der Tierwelt und sogar in der Pflanzenwelt. Ob Schwuler, Lesbe, Bisexueller, Transgender......lebt und geniesst einfach euer Leben wie ihr euch wohl fühlt. Lasst mir einfach die Kinder und die Tiere in Ruhe....und gut ist!!!

Das einzige was zählt und aus uns einen Menschen macht ist unser Gewissen und unser Charakter !!!

Unser Problem an der Fasnacht war jeweils ein ganz anderes. Er wollte logischerweise eine schöne Frau sein, das konnte ich verstehen. Wäre ich aber auch als " Frau verkleidet " mitgegangen, wäre das eine fade Sache geworden und seien wir mal ehrlich....eine Frau ist eine Frau und bleibt eine Frau.....ich hätte ihn schlichtweg mit meinen fraulichen Eigenschaften in den Schatten gestellt. Punkt.

Nun müsst ihr euch folgendes Szenario vorstellen:  Er war 1,95 Meter gross. Mit high heels war er über zwei Meter. Ich....Abteilung Hobbit....1,56 Meter und ich war der Mann. Also, wenn man uns zwei sah.....bekam man einen Schreikrampf !
Schminken und aufbretzeln konnte und wollte er sich selber. Das war jeweils eine mehrtägige Prozedur. Es kam mir vor, wie wenn sich eine Raupe verpuppen würde um als schöner Schmetterling zu schlüpfen....
Von meiner Seite gab es einfach ein paar klare Ansagen:  Es ging mir auf den Geist, wenn er mich alle fünf Minuten fragte:  ist mein Make-up noch in Ordnung.....Herrgott sakrament....ja!!! Ich verbot ihm auch mit mir auf die Damentoilette zu gehen....Es wird bei den Männer gepisst....und fertig!
Zudem musste ich ihm beibringen, wie man in seiner Grösse mit Stöckelschuhen ging....nicht wie ein wippender Giraffe.....schön Haltung wahren und den Hintern schwingen lassen.
Mein Problem war der Schnauz oder Bart. Da wir zwei tanzwütige Typen waren, von Beiz zu Beiz, wieder auf der Strasse eine Show hinlegten, schwitzten wir wie zwei Berner Bären, da hält kein Leim für einen Schnauz, schon nach kurzer Zeit hing der mir schief im Gesicht. Haarwasser und Hühnermist half auch nicht....
Aber Leute, ich bin eine Künstlerin.....da hat man immer Ideen.
Welche, das verrate ich euch im Teil zwei. Eines sei schon mal gesagt, bei dieser Story war er meine Saloon Dame und ich war der Sheriff. So ein richtiger dunkler Macho Südstaaten Sheriff....und ich war bewaffnet bis auf die Zähne.....

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# Ein Spaziergang durch den Wurzelpark Arriach: Wo Kettensägen Kunst machen! Leute, wie die Zeit vergeht! Kaum zu glauben, dass es schon 12 ...