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Freitag, 14. März 2025

Die Denkerin und ihr Drache - Mein Leben


Liebe Leser und Leserinnen, im dritten Teil meiner " Drachen - Denkerei " möchte ich euch ein wenig von meinen Erfahrungen erzählen, die ich machte, als ich aus der Schweiz ausgewandert bin. Ich lebte in Spanien, Frankreich und im Bundesland Thüringen.
Mein damaliger Mann und ich hielten uns zu Beginn im Hinterland von Südfrankreich und in der Grenzregion von Katalonien ( SP/FR ) auf. Wir lebten in unserem Wohnwagen auf Campingplätzen. Das ist eine meiner schönsten und lehrreichsten Lebenserfahrungen. Ein Campingplatz ist international und wir kamen jeweils schnell in Kontakt mit den anderen Urlauber aber auch mit der einheimischen Bevölkerung aus der Region.
Eine Nation hat uns am meisten amüsiert und begeistert, die Niederländer. Es ist unglaublich was man da zu sehen bekommt. Die nehmen alles mit von Daheim. Nun gut, sie sind ja am Autokennzeichen schon deklariert: NL = Niente Lire ( kein Geld ) hi...hi...nicht böse sein ihr Holländer 😉Aber viele kamen seit Jahren im Frühjahr und im Herbst mit dem Wohnwagen auf ihre Campingplätze, weil es da Rentnerrabatt gab. Wenn sie ankamen stand der Kühlschrank schon auf dem Platz parat. Dann packten sie das Auto aus....Kiste um Kiste...und ruck zuck war alles verstaut, ein Tisch, Stühle, Tischtuch, Vase und ein Blumenstrauss....Dus, koffiepauze ( So, Kaffeepause ) Einige nahmen den halben Garten mit und bildeten mit den Blumentöpfen einen Urlaubsgarten. Der Hund kam mit, die Katzen kamen mit und ein Paar hatte vier Vogelkäfige dabei. Und klar, die Fahrräder waren auch dabei. Aber hilfreich sind sie ! Kaum fuhren wir mit unserem Riesenwohnwagen auf den Platz, kamen schon holländische Männer daher und haben uns beim parkieren geholfen. Ihr Beruf....Lastwagenfahrer, was sonst. Einer, mit weissen Haaren, aber braungebrannt, begrüsste uns mit den Worten: " Hallo, ich bin der Willy und meine Frau kann gut kochen. Um 11 Uhr ist Coffee time, da kommen alle " ....ja wunderbar, dann kommen wir doch mit Messer und Gabel vorbei😉
Die Engländer und die Schotten standen ihnen in nichts nach. Da wurde gefeiert und gesoffen....( pardon ) Die Franzosen und die Spanier grillierten auf Teufel komm raus. 
Es wurde gesungen, geliebt, gestritten, gezockt, geprahlt, geklaut und in der ersten Woche ein Sonnenbrand eingefangen.
Aber es gab auch welche und das waren nicht wenige, die aus finanziellen Gründen manchmal ein halbes Jahr in ihren Wohnwagen hausten. So konnten sie ihre Wohnung oder das Häuschen vermieten, weil die Rente in Holland nicht reichte. Auch Engländer machten es so. Einige hatten nicht mal eine Krankenkasse. Auch Franzosen haben wir kennengelernt, die ihr Hab und Gut verkauft haben und aus finanziellen Gründen im Reisemobil leben. Zudem erhält man in Frankreich als Rentner eine kleine Abfindung vom Staat wenn man das Land verlässt. ( jedenfalls zu unserer Zeit ab 2012 war das so ) So kann man die Probleme in einem Land auch lösen, wenn der Schuldenberg ins Uferlose wächst...!!! Ganzjährig wohnen auf Campingplätze und Mobilheimresorts ist im EU Raum nicht gestattet. Aber es gibt immer Hintertüren...,eine Hand wäscht die andere Hand. Zumal der " Tango Korrupti " in der EU, oder besser gesagt in der ganzen Welt, von allen getanzt wird !!!
Auch die Gespräche mit den verschiedenen Einheimischen waren aufschlussreich. Die Kleinbauer mit Tierhaltung, oder Gemüse und Früchte, stöhnten über die EU Vorschriften die sich immer mehr verschärften. Seit Jahren kämpfen die katalanischen Bauern um ihr Wasserrecht. Es wird in die Tourismuszentren und in den Süden von Spanien runter geleitet. Sie bleiben auf der Strecke. Darunter leiden müssen die Tiere ! Ebenfalls ein Riesenproblem sind die nächtlichen " Raubzüge " dies nicht nur in Katalonien, sondern mittlerweile in ganz Europa. Maschinen, Tierherden, ganze Felder werden abgeerntet....alles kommt weg. Die Behörden und die Versicherungen lassen die Leute im Stich. Eine private Schutztruppe ist nicht gestattet. Waffen dürfen nur Jäger mit sich führen. Es ist in Spanien ebenfalls verboten mit einem Messer rumzulaufen. Es droht eine Geldstrafe und Gefängnis....
Auch die " Haus - und Wohnungspiraten " waren zu meiner Zeit hoch aktuell. Ferienhäuser und Wohnungen wurden von Familienclans besetzt. Die Wasser und Elektrorechnung, Steuern ect. gehen zu Lasten des Eigentümers. Diese Piraten haben gefälschte Dokumente und meistens auch ihre kriminellen Anwälte. Die zuständigen Behörden...??!! Träumt weiter !
Und wie schaut es in der ehemaligen DDR aus....?! Häuser und historische Bauten zerfallen, die Jugend betreibt Vandalismus, Dörfer werden zu Geisterorte, kein Bäcker, kein Metzger, kein Arzt, keine Dorfkneipe, desolate Strassen....keine Verdienstmöglichkeiten und die Kaufkraft nimmt ab....                                                                                                                
Nur in der ehemaligen DDR ???!!!

Aber jetzt weht ja ein " frischer Wind " was kümmert uns die Nachhaltigkeit, globaler Umweltschutz und die Anpassung an die Klimaveränderung. Zudem hat es schon immer Spass gemacht, das Geld, das einem nicht gehört zum Fenster hinaus zu schmeissen. Müssten sie ihre " hirnwütigen Ideen " von ihrem eigenen Konto bezahlen, würde unsere Politik anders ausschauen...! Mit dem " Fussvolk " haben die Auserwählten sowieso keine Berührungspunkte. Die werden eigennützig vor den Wahlen mit schwülstigen Reden umnebelt und mit Schmierseife eingeseift....Nach den Wahlen kommt dann das Zitat von Konrad Adenauer zum tragen:  " Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern " !!! Kommende Generationen haben halt Pech gehabt...!!!
                                                         
Wir sind oft und gerne in Museen und Bibliotheken, weil es für uns JacoMis nichts interessanteres gibt als die Geschichte der Menschheit. Immer wenn Regierungen in einer Sackgasse gelandet sind, wurde aufgerüstet für Krieg. Das Kriegsrecht wurde ausgesprochen, so hatte die Obrigkeit grünes Licht für ihre Schandtaten. Zudem Krieg lenkt immer von den eigentlichen Problemen und dem eigenen Versagen ab ! Aber das Volk jubelt ja mit, auch wenn sie ihre Männer, Söhne, Enkel und Urenkel opfern mussten und in Zukunft opfern müssen. Die Friedhöfe sind voll mit Kriegsdenkmäler.

                                  
Aber es ist ja für eine gute Sache...wirklich ???!!!

Tatsächlich, denn in Museen und Bücher ist auch zu lesen, dass aus solchen Situationen Revolutionen entstanden. Dies von Menschen, die das Wort, Zivilcourage, in Taten umsetzten und in ihrem Land wieder gesorgt haben, dass Recht und Ordnung der Willkür ein Ende setzten. Sowie dass die Freiheit, sowie das Recht auf Meinungsfreiheit und das Menschenrecht wieder eine Bedeutung bekam !




Freitag, 4. Oktober 2024

Auswandern - Sprechen Sie Spanisch, nein Katalanisch...


 Der Küstenweg in Roses.

Sprechen Sie Spanisch, nein Katalanisch....Parles castellà, no català.

Ich liebe den Herbst, es ist die Jahreszeit, in der ich geboren wurde. Die Natur bietet uns nochmal ein prächtiges Farbenspektakel. Die Düfte verändern sich. Es riecht intensiver nach Erde, nach Moos, nach Pilze...nach Verwesung. Es ist die Jahreszeit, die uns in Erinnerung ruft, das jegliches Leben endlich ist. Die Tage werden kürzer, wir schätzen wieder die gemütliche Wärme in den Häuser...die schrillen, stinkigen, lärmigen Geräusche und Düfte der Städte mit ihren überdrehten Stadtmenschen und die Invasionen der Touristen lassen nach. Es wird ein bisschen ruhiger auf unserem kleinen Planet.
Für "Jaco" und mich ist es jeweils die Zeit, wo wir vermehrt in unseren Fotos und Erinnerungen schwelgen. Ab und zu packt mich da die Sehnsucht nach meiner zweiten Heimat. Nach Katalonien, genauer gesagt nach dem Alt Emporda und der Bucht von Roses.
Aber das Schicksal hat andere Pläne mit mir vor und somit gehe ich meinen Weg...und ich bin glücklich.


Am wilden Strand in Empuries. Die Saison ist durch, der Strand gehört wieder den Einheimischen, den Skatesurfer, den Drachen der Kinder und den Hunden.

Wenn man sich in einem fremden Land integrieren will, muss man die Sprache lernen. Klar können alle Spanisch, viele Deutsch, Französisch und Englisch. Aber sucht man Arbeit ist es ein MUSS und will man als Rentner oder Rentnerin Fuss fassen und sich wohl fühlen, so ist es ebenfalls ein MUSS. Sonst kann es sehr einsam werden. Zudem ist es nichts anderes als gegenüber seinem Gastland Respekt zu erweisen und sich dem Brauchtum und den gesetzlichen Richtlinien die im Gastland gelten anzupassen. Alles andere ist Provokation, gleichgültiger Egoismus und Missbrauch des Gastrechts. Schreibt euch das hinter die Ohren, ihr staatlichen und kirchlichen Heerscharen mit einem Helfersyndrom...!!!


Blick über das Hinterland des Alt Empordà in die verschneiten Pyrenäen.

Also meldeten mein damaliger Mann und ich uns zum Katalanisch Sprachkurs an, der damals von der Gemeinde Empuriabrava angeboten wurde. Wir waren die zwei ältesten und ganz klar, auch die einzigen Schweizer. Wenn die Gruppe vollständig war, so zählten wir ca.20 Personen. Chinesen, Russen, Marokkaner und Marokkanerinnen, eine junge verhüllte Frau sah indisch aus, ein Engländer und eine Gruppe Pakistaner.
Die Lehrerin war eine junge Katalanin, etwa 25 Jahre alt. Sie sprach Spanisch, Englisch und Katalanisch.
Das konnte ja heiter werden....das wurde es auch !
Die drei ersten Male versuchte sie uns unseren Namen zu entlocken und wo wir herkämen, von wann bis wann der Unterricht geht und das wir für vierzig Euro ein Sprachbuch bei der Gemeinde kaufen müssten....Das Ganze verstanden der Engländer und wir.


Wein, Oliven, Korkeichen und einfache Bauernhöfe prägen das Hinterland

Der Unterricht begann meistens mit mehr als einer halben Stunde Verspätung. Die Pakistaner tröpfelten einer nach dem anderen ein und zwei junge Frauen kamen mit Kinderwagen und Baby. Das war für unsere Lehrerin kein Problem, sie machte es sich auf ihrem Schreibtisch im Schneidersitz bequem....Ich meinerseits hatte Mühe, meinen Mann im Unterricht zu behalten....
Arbeitsbücher hatten ungefähr die Hälfte und bis jeweils die zwei, drei Sätze vom Katalanisch ins Russische, Chinesische oder etwas ähnliches wie Englisch übersetzt wurden, war der Unterricht wieder durch. Die Pakistanischen Jünglinge hatten sowieso mehr Interesse an ihrem Cricket Spiel, das sie täglich am Strand spielten....
Tja, liebe Leserschaft, was soll ich sagen, nach dem 9 Mal war für uns zwei fertig lustig und Ende mit diesem Gugus....!!!


Vulkane und die Eiszeit haben dieses Land geformt.

Ich habe meinen Katalanisch Unterricht dann selber in die Finger genommen, mein Mann blieb bei seinem Französisch und seinem bisschen Spanisch. Wir suchten uns für Versicherungen, Steuerbüro und Arzt, Deutsche Landsleute, die schon Jahrzehnte dort lebten. Ich verstand mit der Zeit fast alles auf Katalanisch, aber wenn ich spontan antworten musste, so gab es oft ein Katalanisch a la Teresa....
Das war schade, die Sprachbarriere verhinderte, dass wir mit Katalanen engeren Kontakt hatten. Logisch, sie sprechen ihren Dialekt untereinander und das in einem Tempo...!!! Das soziale Leben findet innerhalb der Familie, der Arbeitsgemeinschaft, den Vereinen und den Freunden statt. Integration ist in der Theorie und in der Praxis, zwei paar Schuhe !!! Das gelingt nur den wenigsten und wenn, dann sicher besser in jungen Jahren.
Aber im Herzen war ich eine Katalanin und die Fahne ist schön zusammengefaltet bei mir in einer schmucken Schachtel.


 Gute Nacht liebe Leser und Leserinnen...
Bona nit estimats lectors.

 


Freitag, 9. August 2024

Unser Garten - Besondere Gäste - Teil 1.


 Ist das heute wieder durstiges Wetter....😉

Liebe Leserschaft, heute erzähle ich euch wieder eine Geschichte und noch die ein oder andere Erfahrung aus unserem Schrebergarten, den wir in Altenburg gepachtet hatten.
Als wir uns entschlossen einen Schrebergarten zu pachten, haben wir uns verschiedene Gartenkolonien angeschaut.
In der Gartenkolonie wo auch der Bruder von Jaco war, kam ein Garten in die engere Wahl. Er gehörte einer älteren Dame, die ihn aber nicht mehr bewirtschaften konnte. Die Nachbarin betreute den Garten und stellte für uns auch den Kontakt her. Sie telefonierte der Dame. Das Gespräch war folgendes:
" Hallo, ich habe hier welche die sich für Ihren Garten interessieren."
" Aha...wie schauen sie aus ? Sind es etwa wieder Kanaken ?!"
" Nee...nee...scheint eine Schweizer-Kanakin zu sein."
" Ach sooo....was will denn eine Schweizerin bei uns in Altenburg...? Hat Sie was ausgefressen...?!"
" Nee...nee...die hat sich tatsächlich in einen Altenburger verliebt. "
" Na dann, da ist Sie selber schuld. Da komme ich denn mal mit dem Schlüssel rum."


Dieser Garten kam dann für uns nicht in Frage, weil wir in einer Ecke gelandet wären, wo wir einige " echte Kanaken " als Gartennachbarn gehabt hätten. Wir haben uns dann bei den langjährigen " deutschen Gartenliebhaber " und natürlich bei Jacos Bruder mal informiert, was da abgeht...?! ( Das füllt Bücher !!! )
Nun gut, die Order kam wieder mal von " ganz Oben ". Überall und insbesondere in Thüringen war zu dem Zeitpunkt ein grosser Leerstand in den Schrebergärten. Was früher bei Familien ein Hit und sehr begehrt war, für eigenes Gemüse und Früchte, Wochenenden und Urlaub, sowie gesellschaftliches Beisammensein, hat bei den heutigen ( jungen ) Menschen keinen Stellenwert mehr. Und wenn, dann um Party zu machen und die Sau rauszulassen.....Nee Leute, keine Spinne, sondern Fakt.
Also wurde von " ganz Oben " beschlossen, die leerstehenden Gärten für " zugewanderte Gäste " freizugeben....Blumen und Gemüse ist bunt....!!!


.......Sicher, ihr studierten, gescheiten, hoch bezahlten und redegewandten Theoretiker und Theoretikerinnen. Aber es steht auch geschrieben, andere Menschen, andere Kulturen !
Und da ich im Ausland gelebt habe, kann ich auch aus Erfahrung sagen; Zugewanderte sind nicht bereit ihre Kultur und ihre Sprache aufzugeben und die Kultur des Gastlandes anzunehmen...!!! Ich habe in Spanien auch den Kontakt zu Schweizer und zu Deutschen gesucht. Warum...? Ganz logisch, weil die Verständigung einfacher war und man gemeinsam über einen Witz lachen konnte, den man verstand, weil man gemeinsame Wurzeln hatte ! Das hatte ich mit den Katalanen nicht. Auch auf den Campingplätzen wo ich zeitweise gewohnt habe, konnte ich das beobachten: Hier waren die Holländer, dort die Engländer, drüben die Franzosen....und wenn ich schon dabei bin, wir hatten beim Auswandern die grösste Mühe, mit unserem grossen Wohnwagen, der ein Doppelachser war, in Frankreich einen Campingplatz zu bekommen. Eine ganz bestimmte Sorte " Fahrender " war nicht erwünscht und Annahme verboten, Order von " ganz Oben " !!! 
Dies zum Thema EU, da nützte uns auch der Schweizer Pass nichts.


Das gab schon zu Zeiten, wo ich noch ein Teenager war, eine bunte Durchmischung von Gastarbeiter. Bei uns in der Schweiz, aber ja auch in Deutschland. Diese Völkerdurchmischung gerade in Europa geht auf mehrere Jahrhundert zurück. Das lernen wir in Museen und Geschichtsbücher. Das ist auch gut so, das hat unsere Kultur bereichert und den Blick auf die Welt erweitert. Die meisten unserer wunderbaren historischen Sehenswürdigkeiten in ganz Europa wurden durch Kunsthandwerker von fern und nah erschaffen. Hier ist jedoch eben die Betonung auf Arbeiter und Arbeiterinnen.
So waren auch die Schrebergärten bei uns in der Schweiz von internationalen Gartenliebhaber gepachtet. Klar hat doch das " geblitzt und gedonnert " zwischen den Nationen.
Aber, da waren in diesen Gartenvereinen Statuten. Die wurden eingehalten und der Präsident oder die Präsidentin, haben mit ihrem Team für Ordnung geschaut. Bei Problemen wurde eine Versammlung einberufen, es wurde zusammen geredet und diskutiert, sowie nach Lösungen gesucht und bei Uneinsichtigkeit gab es eine Kündigung. Bravo !!!
Wo ein Garten gut gedeihen soll, braucht es einen guten Boden ( Basis ), eine Ordnung und eine Kontrolle, ob die Pflanzen auch gut gedeihen, zusammenpassen, oder ob die ein oder andere Pflanze wuchert und überhand nimmt. Dann muss ein guter Gärtner eingreifen und eine Korrektur vornehmen....Und das ist bei uns Menschen nicht anders !!!

Zu diesem Thema habe ich noch einiges zu sagen...da ist noch nicht durchgejätet !!!
Aber in Teil zwei möchte ich euch unsere Frau Erna vorstellen...bis morgen 😉



Samstag, 29. Juni 2024

Auswandern - Gut zu wissen



 Liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich euch wieder ein wenig von meinen Erfahrungen von unserem Auswandern erzählen.

Im Post " Auswandern - auf und davon " habe ich euch unsere Beweggründe geschildert. Es ist so, manchmal hat man einfach die Schnauze voll und man denkt, anderswo ist es besser. 
Wichtig dabei ist jedoch die Ausgangsposition!
Wer seinen Lebensabend als Rentner - Rentnerin im Wunschland verbringen möchte, eine gesicherte und gute finanzielle Situation hat, hat schon mal gute Voraussetzungen. Die meisten kennen das Land weil sie ihre Urlaube dort verbrachten, oder sich bereits eine Liegenschaft gekauft haben und zwischen den Länder hin und her pendeln. Da haben es Auswanderer aus einem EU Land einfacher, wenn ihr Ziel auch ein EU Land ist. Aus der Schweiz ist es etwas schwieriger als nicht EU Land.
Eine gute Information lohnt sich. Denn ihr müsst wissen, alles was man im " fremden  Land " nicht weiß, muss man teuer bezahlen....!!!
Es ist ein Unterschied, ob man im Heimatland auswandert und im neuen Land einwandert, oder ob man nur Teilweise den Lebensmittelpunkt dort verbringt.
Mein damaliger Mann und ich sind ausgewandert und in Spanien eingewandert.

Hier möchte ich ein paar Punkte aufzählen, die man abklären sollte:

Macht euch Gedanken wo, wieviel und bei wem ihr eure Finanzen deponiert. Spanien verlangt für alles eine Einzugsvollmacht. Es wird knallhart abgebucht, oder bei Unklarheiten wird das Konto gesperrt. Die Steuern steigen und steigen....
Eine Steuererklärung ausfüllen ist in Spanien nicht einfach. In Katalonien wo wir waren, ist alles Amtliche, von der Bank, den Versicherungen, Wasser, Elektrizität, Auto TÜV....alles in Katalanisch. Eine Spanische oder Englische Version wurde bei uns abgelehnt und mit Deutsch wollte die Gemeinde gar nichts zu tun haben....Hier ist Katalonien ! war die Antwort !!!
Also, ich empfehle ein seriöses Steuerbüro.
Auch für einen Kaufvertrag für eine Liegenschaft, empfehle ich einen seriösen Makler oder Maklerin zu kontaktieren. Mietobjekte für eine Ganzjahresmiete sind rar.
Ein weiterer Punkt ist die Krankenkasse. Informiert euch gut ! Was, wieviel und ob eure Kasse bezahlt.
Ebenfalls wichtig sind Hausrat und Haftpflicht Versicherung.
Der kleinste Schaden, egal was, den ihr jemandem zugefügt habt oder den ihr erhalten habt, solltet ihr fotografieren. Ihr seid beweispflichtig !!!
Die Schweiz und Deutschland sind schon Formular intensiv....aber Spanien ist noch einen Zacken schärfer und komplizierter!
Verlangt für alles eine Kopie! Für viele Sachen, wollen die Behörden Original Dokumente, gebt die nur aus der Hand wenn ihr zwingend müsst....mein Schweizer Fahrausweis ist auf nimmer Wiedersehen verschwunden....und Spanische Ämter und Mitarbeiter: Innen....Santa Maria y Josef !!!!!
Es ist zu überlegen, ob man in Spanien " Residente " oder " Nicht Residente " ist. Dementsprechend sind die Steuern. Wir wurden nach zwei Jahren Residente und haben es nicht bereut.
Das jeweilige Konsulat informiert zu sehr viel Themen die Einwanderer sehr gut. Eine Registrierung beim Konsulat empfehle ich ebenfalls.
Sooo....und nun kommt die Praxis 😉
Baut euch ein soziales Netz auf, das ist ganz wichtig! Sucht Landsleute die eure Sprache reden, die schon länger dort leben, die Adressen vermitteln können.....welche Restaurants, welche Ärzte, welche Handwerker, welche Autogarage.....fragen...fragen...fragen !
Denn eines ist klar, ihr seid Ausländer und bleibt Ausländer in Spanien, auch wenn ihr perfekt Spanisch oder Katalanisch könnt.
Wie so ein Katalanischer Sprachkurs ausschaute, das erzähle ich euch beim nächsten Auswandern Post.....macht euch auf was gefasst, jetzt wird's katalanisch....😀


Mittwoch, 29. Mai 2024

Auswandern - Auf und davon


Im Hinblick auf die Europawahlen, ist es höchste Zeit, euch meine Erfahrungen aus dem Ausland zu erzählen.
Ich bin im 2012 aus der Schweiz ausgewandert. Die Beweggründe waren vielfältig. Zu dem Zeitpunkt hatte ich 30 Jahre Erfahrung als selbständig Erwerbende im Dienstleistungssektor. Mit meinem damaligen Mann waren wir ein zwei Personen Betrieb. Unsere Podologen und Massagepraxis hatten wir im Zentrum der Stadt Bern. Der Bundeshauptstadt der Schweiz. Mit anderen Worten, in einer Beamtenstadt.
Vorher hatte ich zehn Jahre in meinem ersten Beruf, das war Damenfriseuse, in der Stadt Bern gearbeitet. Meine dreijährige Berufsausbildung machte ich in einem Friseur und Kosmetiksalon, wo sich die Oberschicht der Stadt Bern traf. Und natürlich Beamtinnen, Chefsekretärinnen...
Auch meine Eltern waren in der Stadt Bern selbständig erwerbende Geschäftsleute, ein Kleinbetrieb mit sieben Personen.

Hier ein Bild von Friedensreich Hundertwasser mit dem Titel:  Der Europäer
Über dieses Bild kann man sich durchaus seine Gedanken machen....!!!


Nun fragt ihr euch wohl, warum ich euch das so ausführlich erzähle ?! Ganz einfach, um sich eine eigene Meinung zu bilden, muss man eine Situation eben von verschiedenen Perspektiven beleuchten !!! Durch die öffentlich rechtlichen Medien, werden wir ja ganz gezielt informiert....
Also, die Betriebskosten waren hoch...Die Versicherungen ebenfalls. Jede Weiterbildung, jede neue Anschaffung bezahlten wir selber...Da unsere Adresse gegenüber des Bundeshauses war, hatten wir immer wieder Unannehmlichkeiten zu ertragen. War ein " Gipfeltreffen " egal welcher Art, so wurde aus Sicherheitsgründen alles abgesperrt, inklusive Sicherheitsbeamte, die überall positioniert wurden. Das ist ja logisch. Für meine Eltern und uns hiess das Erwerbsausfall, weil unsere Kundschaft nicht zum Haus durfte.
Entschädigung...Nein.
Dasselbe bei Kundgebungen. Beschädigung durch eingeschlagene Schaufenster....das Risiko trägt der Unternehmer, es zahlt keine Versicherung. Die meisten Kundgebungen waren für " auswärtige Angelegenheiten " !!! Entschädigung durch die Stadt...Nein.
Im Geschäft meiner Eltern, erlebten wir immer wieder, das Beamte und Beamtinnen ihren Ausweis zückten und uns fragten, ob sie als Beamte bei uns Prozente hätten...?! Da waren sie bei meinem Vater aber an der richtigen Adresse...!!!
Mein Mann und ich erlebten ähnliches. Nicht wenige Beamte und Beamtinnen kamen während der Arbeitszeit zu uns in die Praxis. Uns war das ja egal, wir waren nicht ihr Arbeitgeber....oder doch durch die Steuern ?!
Ich hatte zu dieser Zeit auch einige Kundschaft die im Inselspital tätig waren. Mit Unmut erzählten sie von ihren Überstunden wenn für " zugeflogene Gäste ", meist ohne Finanzen, teure Untersuchungen angeordnet wurden....uns konnte das egal sein, oder finanzierten wir das mit unseren Steuern mit oder durch unsere Krankenkassenprämien...??!!
Fazit...es gibt Menschen...es gibt Beamte und Beamtinnen...und es gibt Politiker und Politikerinnen...
In all den Berufsjahren konnten wir beobachten, wie sich " unser Bern " veränderte. Alt eingesessene Geschäfte verschwanden. Sie wurden von den Grosseltern aufgebaut, von den Kinder ausgebaut und zum florieren gebracht und die Enkelkinder konnten die gesetzlichen Vorlagen, die immer mehr und mehr wurden, nicht mehr erfüllen. Wenn nicht ein grosses Familienvermögen vorhanden war, gingen all diese guten, schönen und für uns Berner und Bernerinnen wertvollen Geschäfte ein. Die Kundschaft veränderte sich auch. Wer konnte zog in die Agglomerationen der Stadt. ( Berner )Familien wurden immer weniger, Bern wurde eine Stadt der Singles und Multikulti. Schon nur der Wochenmarkt ist auf ein drittel geschrumpft. In den Arkaden haben sich Discounter und teure Luxusgeschäfte etabliert, die Weltweit präsent sind.
Nein..." mein Bern " war und ist es nicht mehr !!!
Das war der Hauptgrund weshalb mein Mann und ich sagten: Auf und davon.
Deshalb bin ich der Meinung, das auf die kommenden Wahlen sehr genau hingeschaut und hingehört werden muss....es wäre doch für viele von uns sehr gewöhnungsbedürftig, wenn wir in unserer Heimat plötzlich " Ausländer " wären...?!
Ich war zehn Jahre eine " Ausländerin " und davon erzähle ich euch in den nächsten Tagen in weiteren Post. Eines sage ich euch schon mal vorneweg wenn man in einem fremden Land ansässig werden will:  Regel Nummer eins...die Sprache lernen !!!





Dienstag, 5. März 2024

Auswandern und der Renten - Tanz


Blick auf Cadaqués an der Costa Brava, Katalonien

Am 3. März 2024 konnte das Schweizer  Stimmvolk über eine 13. AHV Rente abstimmen. Die Initiative wurde angenommen. Nun erhalten nicht nur die Arbeitnehmer einen 13. Monatslohn, wir Rentner erhalten ab 2026 dann auch eine 13. AHV Rente.
Ich tanze nicht.
Ich lasse es auf mich zukommen. Bei dieser hochexplosiven politischen Lage, die wir zur Zeit in Europa haben, hat man aus meiner Sicht nur eine Garantie; die Garantie des Todes. Es ist für mich auch die einzige Gerechtigkeit in dieser Welt. Alles andere unterliegt der Willkür der herrschenden Gruppierungen, die das Geld und somit das Sagen haben.
Im 2012 habe ich die sichere Nabelschnur zur Schweiz gekappt, und ich bin mit meinem damaligen Mann ausgewandert. Wir haben alles Hab und Gut verkauft, uns einen 9 Meter langen Wohnwagen mit einem ebenso grossen Vorzelt gekauft, und dann wollten wir endlich freie Menschen sein und uns Europa anschauen.
Diese Jahre haben mich geprägt. Ich habe kein materielles Sicherheitsdenken mehr. Prestige Objekte beeindrucken mich nicht mehr, sie sind vergänglich. Die Schweiz ist eines der sichersten und sozialsten Länder der Welt und sie hat erst noch eine der schönsten Landschaften zu bieten. Wen wunderts da, dass die halbe Welt hier leben will.
Ich habe im Ausland meine Werte wiedergefunden, die mir als Kind von meinen Eltern und Grosseltern beigebracht wurden:
Anstand und Höflichkeit....seinen Mitmenschen Respekt entgegenbringen....sich innere Stärke und somit einen Charakter erarbeiten....Tradition ehren und pflegen....den Wert von Gastfreundschaft und Freundschaft schätzen....Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft schätzen....welche Schönheit uns die Natur schenkt, aber wie kraftvoll und zerstörerisch sie auch sein kann und wie klein und hilflos der Mensch doch ist....
Zugegeben, mit diesen Werten kann man keine Rechnungen bezahlen, aber es sind genau diese Werte, diese Einsichten und Weitsichten, die ein Leben lebenswert machen....!!!
Über diese Auslandjahre werde ich demnächst schreiben.
So, und nun lasse ich diese " alte Frau " ihren AHV Tanz tanzen  😄



Zeitreisen - Wurzelpark Arriach-Gerlitzen

# Ein Spaziergang durch den Wurzelpark Arriach: Wo Kettensägen Kunst machen! Leute, wie die Zeit vergeht! Kaum zu glauben, dass es schon 12 ...