**Kindheitserinnerungen auf zwei Rädern – Eine Reise in die Vergangenheit**
Manchmal reicht ein kleiner Auslöser, um die Erinnerungen aus der Mottenkiste der Kindheit zu kramen. So geschehen am 21.02.2026, als wir uns aufmachten, die Fastnacht in Bern zu feiern. Der Umzug ließ sich Zeit – typisch Fastnacht, immer ein bisschen verspätet, aber dafür umso bunter. Also nutzten wir die Gelegenheit, durch die Altstadt zu schlendern und uns von Schaufenstern inspirieren zu lassen.
In einem Herrenbekleidungsgeschäft – wohlgemerkt, ein Ort, an dem ich eher Krawatten als Kindheitserinnerungen erwartet hätte – stand sie plötzlich: ein blau lackiertes Relikt aus einer anderen Zeit. Es war kein Kunstwerk, kein Dekorationsobjekt, sondern ein Motorrad. Und nicht irgendeines! Eine Jawa, Marke "Ostblock-Chic", direkt aus der ehemaligen Tschechoslowakei (CSR).
In dem Moment setzte mein Kopfkino ein wie ein alter Projektor: Mein Onkel Kurt und seine Jawa 350. Der Sommer 1957 war es, als er mir eine Ausfahrt versprach. Ich war voller Vorfreude – bis der Vergaser beschloss, einen Streik einzulegen. Das war’s dann mit dem Abenteuer. Aber 1958 sollte alles besser werden.
Ein vierwöchiger Urlaub bei Onkel und Tante in einem Vorort von Berlin stand an. Allein die Anreise war ein Abenteuer für sich. Mit einem Brief meiner Mutter – ja, einem echten handgeschriebenen Brief! – und einem Ticket machte ich mich als Kind allein auf den Weg. Grenzkontrolle in Berlin-Schönefeld? Kein Problem für mich, schließlich war ich mit einem unschlagbaren Charme und einem Papierschreiben ausgestattet. Am Ostbahnhof wurde ich von meiner Tante abgeholt, und so begann *der* Urlaub meines Lebens.
Freiheit pur! Keine strengen Regeln, keine endlosen "Iss dein Gemüse"-Diskussionen. Ich war der König der Straßen – oder zumindest fühlte es sich so an. Doch das wahre Highlight wartete erst zum Schluss: Die Rückreise nach Altenburg in Thüringen auf dem Sozius der Jawa 350 meines Onkels. 250 Kilometer auf einer fast menschenleeren Autobahn! Zugegeben, ich wurde festgeschnallt, damit ich nicht wie ein unkontrollierter Luftballon davonflog. Aber hey, was für ein Gefühl! Meine Tante fuhr hinter uns her – stilecht auf ihrem eigenen Motorrad mit meinem Cousin im Schlepptau.
Und jetzt, fast sieben Jahrzehnte später, stehe ich in diesem Bekleidungsgeschäft in Bern und starre auf eine Jawa. Der Besitzer des Ladens war so nett und erlaubte uns, Fotos zu machen. Ich schoss ein paar Bilder und dachte daran das gesehene in einem Blog zu beschreiben mit der Nachricht: "Schaut mal, wen ich getroffen habe!" 🏍
Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben – oder eben ein blau lackiertes Motorrad –, die einen in Gedanken zurück katapultieren. Und während die Fastnachtsumzüge draußen tobten, saß ich gedanklich wieder auf dem Sozius der Jawa 350 und spürte den Fahrtwind im Gesicht.
Ach ja, Onkel Kurt – danke für die Erinnerungen! 💕
Jawa 350 im Originalzustand
Auch ein Motorrad der Marke RT 125 aus DDR-Zeiten war noch im Laden, die habe ich als Jugendlicher auch selbst gefahren.
Na dann genießt noch den Sonntagabend. Wir sagen Tschüss bis nächste Woche, eure JacoMis 😊




















Fasnacht.jpg)


Der%20Geist.jpg)









Erlen.jpg)
Vorr%C3%BChling.jpg)









