Mittwoch, 6. Mai 2026

Steinzeitpfad Thayngen - Kesslerloch, Pfahlbauten und Steinzeitkunst

 # Ein Ausflug in die Steinzeit: Rentierjäger, Kessel und Findlinge

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit (oder des Nicht-Arbeitens, je nach Perspektive), tauschten wir Plakate gegen Wanderschuhe und zogen los. Ziel: Der Steinzeitpfad in Thayngen. Denn mal ehrlich: Bevor wir uns über die Gegenwart aufregen, sollten wir vielleicht erstmal die Vergangenheit verstehen. Und in Europa scheint die Steinzeit ja ohnehin wieder schwer angesagt zu sein. (Ironie? Vielleicht.)

## Startpunkt: Bahnhof Thayngen – Der Weg zurück in die Vergangenheit

Unsere Reise begann am Bahnhof Thayngen, einem unspektakulären modernen Bauwerk, das uns aber immerhin den Weg in die Vergangenheit ebnete. Nach ein paar Schritten durch die frische Frühlingsluft erreichten wir das **Kesslerloch**, eine Höhle mit einer stolzen Fläche von 200 m². Diese prähistorische Airbnb-Unterkunft wurde vor etwa 15.000 bis 11.000 Jahren von Rentierjägern genutzt – vermutlich als Sommerresidenz. Mit einer Steinsäule in der Mitte, die den Raum teilt, hätte sie sich auch heute noch als schicke Loft-Wohnung vermarkten lassen können. 

Die ersten Spuren dieser urzeitlichen WG wurden 1873 entdeckt, und seither hat man hier Tausende von Artefakten ausgegraben. Von Jagdwerkzeugen bis hin zu Kunstobjekten – die Menschen damals wussten offenbar, wie man die Zeit totschlägt (und Rentiere auch).

### Warum "Kesslerloch"?

Der Name der Höhle hat übrigens nichts mit den Rentierjägern zu tun, sondern mit den **Jenischen**, die in der frühen Neuzeit als "Kessler" bekannt waren. Sie sammelten kaputtes Kochgeschirr, reparierten es in der Höhle und verkauften es dann weiter. Eine Art mittelalterlicher Reparaturservice, quasi der Vorläufer von heutigen Repair-Cafés – nur ohne WLAN.

Heute ist das Kesslerloch frei zugänglich und bietet auf dem Vorplatz sogar eine Grillstelle. Wir haben uns aber entschieden, ohne Bratwurst weiterzuziehen – schließlich wartete noch mehr Geschichte auf uns.

## Von Pfahlbauern und Findlingen

Unser nächstes Ziel war ein Nachbau eines **Pfahlbauhauses**, das mit Steinäxten (ja, richtig gelesen: Steinäxten!) errichtet wurde. Ursprünglich war dieses Meisterwerk der prähistorischen Architektur im Historischen Museum in Bern ausgestellt. Jetzt steht es wieder in der Nähe der UNESCO-Weltkulturerbe-Pfahlbausiedlung Weier. Ein echtes Highlight für alle, die sich schon immer gefragt haben, wie man ohne Akkuschrauber ein Haus baut.

Auf unserem Weg stießen wir außerdem auf riesige **Findlinge**, 8-Tonnen-Brocken aus der Gegend um den Pizol oder das Sarganserland. Diese Ungetüme wurden während der Eiszeit von Gletschern hierher verfrachtet – eine Art prähistorische Möbelspedition.

## Hügel, Raps und ein würdiger Abschluss

Die Wanderung führte uns durch eine hügelige Landschaft, die mit blühenden Rapsfeldern und kleinen Weihern wie aus einer Postkarte wirkte. Es war fast schon kitschig schön – aber genau das macht den Charme dieser Gegend aus.

Unser Ziel war die Ortschaft **Herblingen**, wo unsere Reise endete. Mit müden Beinen, aber reich an Eindrücken stiegen wir in den Bus zurück in die Gegenwart. 

## Fazit: Zurück in die Zukunft

Der Steinzeitpfad ist nicht nur eine Wanderung durch die Natur, sondern auch eine Reise durch die Zeit. Von Rentierjägern über Kessler bis zu Pfahlbauern – hier wird Geschichte lebendig. Und wer weiß? Vielleicht hilft ein Blick in die Vergangenheit dabei, die Gegenwart besser zu verstehen. Oder zumindest einen neuen Respekt vor Steinäxten zu entwickeln.

Also: Wanderschuhe schnüren und ab nach Thayngen – wer braucht schon Netflix, wenn man die Steinzeit live erleben kann? 🌄 👫 💚 


                       Kessler Loch 


                      Kessler Loch 


                       Kessler Loch 


                      Kessler Loch 


                       Felsformation 


                      Kessler Loch 


                      Ein Gletscherschliff 



                     Höhle Vorder Eichen 



                    Pfahlbauhaus 






                        Fulachtal 





                     Ehemalige Pfahlbausiedlung 


                         Findling 


                      Moorwiesen 



                  Wikipedia - Kesslerloch 









Steinzeitpfad Thayngen - Kesslerloch, Pfahlbauten und Steinzeitkunst

 # Ein Ausflug in die Steinzeit: Rentierjäger, Kessel und Findlinge Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit (oder des Nicht-Arbeitens, je nach Perspek...