Dienstag, 7. April 2026

Mein Altenburg - Nostalgische Erinnerungen

 # Ein altes Haus voller Erinnerungen: Der Lippoldsche Hof in Altenburg

Es gibt Orte, die einen ein Leben lang begleiten – und für mich ist eines dieser besonderen Orte der Lippoldsche Hof am Markt 11 in Altenburg. Schon als Kind war dieses alte, charmante Haus ein fester Bestandteil meiner Abenteuer. Meine Oma lebte damals im Seitenflügel, und mein Bruder und ich haben dort jede Ecke erkundet, vom dunklen Keller bis hinauf zum riesigen Dachboden. Es war ein Ort voller Geschichten, Geheimnisse und vor allem: Kindheitserinnerungen.

## Ein Haus mit Geschichte

Der Lippoldsche Hof hat eine lange und spannende Vergangenheit. Ursprünglich war das Vorderhaus zum Markt hin der Gasthof „Zur Goldenen Krone“, der nach einem Brand im Jahr 1728 neu aufgebaut wurde. Bis 1798 wurden hier Reisende bewirtet, bevor der Gasthofbetrieb eingestellt wurde. 1812 kaufte dann ein Kaufmann namens Lippold aus Greiz das Haus, und seitdem trägt es seinen Namen.

Besonders beeindruckend war der Fachwerkhinterhof mit dem großen Tor zur Ringstraße. Leider wurde dieser in den 1960er Jahren abgerissen – schade, denn ich erinnere mich noch gut daran, wie wir als Kinder dort gespielt haben. Im Seitenflügel des Hauses war damals auch eine kleine Kaffee-Rösterei untergebracht. Und meine Oma? Die hatte dort Kaninchen und sogar Hühner waren vor Ort! Manchmal mussten wir ein frisch gelegtes Ei direkt vor Ort trinken – eine Erfahrung, die man wohl nicht so schnell vergisst.

## Abenteuer auf dem Dachboden

Der Dachboden war für uns Kinder ein Paradies. Mit seiner riesigen Fläche bot er genug Platz, um Roller oder sogar Fahrrad zu fahren – drinnen! Alles war ein bisschen schief und krumm, aber das machte den Charme des Hauses nur noch größer. Wir pflegten damals zu sagen: „Schief ist englisch, und englisch ist modern.“ Ein Spruch, der bis heute irgendwie passt.

Nach dem Tod meiner Oma im Jahr 1963 endeten unsere regelmäßigen Besuche im Lippoldschen Hof. Doch die Erinnerungen an diese Zeit blieben lebendig.

## Zurück zu den Wurzeln

Jahrzehnte später, 2019, führte uns das Leben wieder nach Altenburg zurück – diesmal aus dem fernen Katalonien. Und wie das Schicksal es so wollte, entdeckten wir auf eBay Kleinanzeigen eine Anzeige: In genau diesem Haus war eine kleine 1,5-Zimmer-Wohnung frei! Für meine Frau („die Mis“) war sofort klar: Da müssen wir hin! Die Vorstellung, in einem so geschichtsträchtigen Haus zu wohnen, ließ uns nicht mehr los.

Am 1. Mai zogen wir schließlich ein und genossen jeden Moment unserer Zeit dort – auch wenn sie nur etwas über ein Jahr dauerte. Der Blick aus der Wohnung direkt auf den Marktplatz war einfach atemberaubend. Und die Dachterrasse? Ein absoluter Traum! Natürlich haben wir auch diesmal das Haus ausgiebig erkundet und uns an jeder Ecke an alte Zeiten erinnert. Sogar eine kleine Dachkammer auf dem Dachboden gehörte zu unserer Wohnung – ein weiteres Highlight.

## Schief ist modern

Das Leben im Lippoldschen Hof war eine Reise in die Vergangenheit – und gleichzeitig ein ganz neues Abenteuer. Ja, nichts in diesem Haus war so richtig gerade. Aber genau das machte es so besonders. Es hatte Charakter, Charme und eine Geschichte, die man förmlich spüren konnte.

Wenn ihr jemals die Chance habt, ein altes Haus zu erkunden oder sogar darin zu wohnen: Tut es! Jedes Knarren der Dielen, jede schiefe Wand erzählt eine Geschichte. Und wer weiß – vielleicht werdet ihr eines Tages genauso wie ich auf eure Zeit dort zurückblicken und feststellen: Manche Orte sind einfach mehr als nur vier Wände.

Habt ihr auch so einen Ort aus eurer Kindheit oder eurem Leben, der euch nie losgelassen hat?  😊 











                                    1960er Jahre  






                                   Blick aus der Wohnung  






                       Dachboden  






                    Via Imperii 


                    Altenburg - Wikipedia

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