Dienstag, 6. Januar 2026

Unterwegs in der Länggasse - Bern


Hallo liebe Leser und Leserinnen, hier sind wir wieder, die JacoMis 😊

Wer unsere Posts regelmässig liest, weiss, dass meine betagte Mam, ein paar Wochen im Lindenhofspital stationiert war. Sie ist dem " Belzebub " noch einmal vom Wagen gejuckt und dem Alter entsprechend ist sie wieder fit...vor allem ihr schlagfertiges und humorvolles Mundwerk...ha...ha.
Das Lindenhofspital erreicht man mit dem Längasse Bus. Also haben Jaco und ich uns ein wenig in diesem Länggasse-Quartier umgeschaut.

Begonnen haben wir unsere Erkundungstour von der Grossen Schanze aus. Gleich zu Beginn staunten wir über einen Mahonie Strauch, der schon voll in Blüte war.
In der Vorderen Länggasse fällt einem gleich ein imposantes Gebäude auf:
Der " Palazzo Prozzo " ein Wohn und Geschäftshaus, gebaut im Stil der Belle Epoque; verbunden mit dem Jugendstil, oder Art Deco.




Einfach fantastisch dieser Baustil. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kam eine ungewohnt lange Zeit des Friedens. Alles war im Aufschwung, im Umbruch und der wirtschaftliche, soziale, technische, wissenschaftliche, sowie der kulturelle Fortschritt boomte. Das äusserte sich im Baustil, in der Mode, in der Kunst...die Leute wollten das Leben in vollen Zügen geniessen...bis zum Exzess.
Wohlverstanden, natürlich die betuchte Gesellschaft...!

Auch die Häuser im Falkenhöheweg lassen sich sehen. Sogar die Kinder helfen mit das Wohnquartier mit ihren bunten Malereien zu verzieren...schön.




Ebenfalls seit vielen Jahren ein Begriff in der Vorderen Länggasse, der Verlag und die Buchhandlung Haupt AG. Vormals Verlag Paul Haupt. Ich hatte das Glück Herrn Haupt und seine Frau Heidi Haupt persönlich zu kennen. Besonders an Frau Heidi Haupt hab ich viele schöne Erinnerungen und sie war für meine künstlerische Entwicklung eine wertvolle Person.


Es war kalt an diesem schönen Wintertag. Also gönnten Jaco und ich uns einen feinen Kaffee mit einem Milchbrötchen in Schildkrötenform...lecker. Amüsiert hat uns die originelle Deckenverzierung. Lauter Teigroller in pink.



Frisch gestärkt geht es weiter auf unserer Tour. Richtung Unitobler.



Dieses Gebäude schreibt Geschichte. Johann Jacob Tobler war ein Schweizer Schokoladenhersteller. 1899 gründete er zusammen mit seinen Söhnen die Fabrique de Chocolat Berne, Tobler & Cie. 1912 wurde sie zur Aktiengesellschaft Tobler AG umgewandelt. 1908 entwickelte Theodor Tobler, die " Toblerone ". Ein Schokoriegel mit Zacken,( wie unsere Schweizerberge ) und einem Honig-Mandel-Nougat Gemisch. Diese Toblerone wurde buchstäblich ein " Weltstar ". Zum 100. Geburtstag der Toblerone erschien 2008 ein Buch: 100 Jahre Toblerone - die Geschichte.
Auch ich habe eine Beziehung zu dieser Toblerone. Mein Patenonkel, der " Mehl-Max ", ein Bruder meiner Mam, hatte viele Jahre in der " Nougat - Küche " bei der Tobler Fabrik gearbeitet. Er war dort einer der Chefs. Also an der " Toblerone " hat es in unserer Familie nicht gefehlt. Wir waren alle Schleckmäuler...
Hier habe ich noch eine kleine Anektote aus unserer Familie:
Der " Mehl-Max " ( er war mal Konditor ) war von den 7 Brüder meiner Mam der aufmüpfigste und ein " Mekkerie Brueder " ( Meckerer ) der gleich austeilte, wenn ihm etwas nicht passte. So war er in " seiner Nougat Küche " mit Besucher unterwegs, erklärte ihnen die Produktion, als es plötzlich in der Maschine rumpelte und von Oben durch einen grossen Ausguss, Zutaten herunterkamen...fast auf den Kopf von Max...hi...hi. Der schrie zum Ausguss hinauf:

" was isch das für ä Schafsecku, dä Züg obe abä lat " Ich übersetze: Was ist das für ein Schafbock mit seinem Hodensack, der Material runterlässt.
Der " Schafsecku " war der Direktor persönlich, der seinerseits ebenfalls Besucher, eine Etage höher, seine Nougat Maschine vorführte...nein Max wurde nicht entlassen.

Das ehemalige Fabrikgebäude wurde umgebaut und beherbergt seit 1993 Teile der Universität Bern, genannt Unitobler. Nostalgiker schwärmen noch von den alten Zeiten, es roch immer wunderbar nach Schokolade in der Länggasse.

Wir ziehen weiter, eine Kirche interessiert uns noch. Es ist die Pauluskirche.


Die Pauluskirche, ein Kirchengebäude der Reformierten Kirche in Bern an der Freiestrasse, im Längasse Quartier. Sie gilt als bedeutendste Kirche des Jugendstils in der Schweiz und sie zählt zu den Kulturgüter von nationaler Bedeutung.


Wir ziehen weiter Richtung Lindenhofspital. Vorbei am alten Turmschulhaus, zum Areal der Hochfeld Schulhäuser, mit den alten wunderbaren Bäumen im Park. Und schon sind wir beim Spital. Ein Landeplatz für Helikopter ist auch vorhanden und vom Spitalzimmer meiner Mam, hatten wir einen tollen Blick zu den Berneralpen mit dem Eiger, Mönch und Jungfrau.






Dann sage ich Tschüss bis zum nächsten Post, eure Mis von den JacoMis 😊
Hier noch zwei Links für Interessierte.


Unterwegs in der Länggasse - Bern

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