Hallo liebe Leser und Leserinnen, ihr müsst immer noch mit mir vorlieb nehmen, der Jaco von uns JacoMis liegt auf dem Kanapee und er radelt in der Tour de France um sein Leben.
Ha...ha...dieses spannende Vergnügen mag ich ihm von Herzen gönnen.
Wenn ihr mögt, so erzähle ich euch wieder ein paar spannende Sachen von Bern und aus meinem " Hunde - Leben ".
Also, wir gehen Richtung " Schwelli " ( Schwellenmatte ) und wir geniessen dieses Naherholungsgebiet und wir machen genau das was ich auf einer Mauer entdeckt habe:
Treiben lassen....
Das Schwellenmätteli kenne ich seit meiner Jugend. Die Aare hat mich schon immer in ihren Bann gezogen. Nicht zum schwimmen, da bin ich ein Angsthase, aber zum beobachten wie das Wasser fliesst, wie es riecht, wie es glitzert wenn die Sonne drauf scheint, die Vögel, die Insekten...ich komme ins träumen.
Paul Cézanne, mit dessen Kunst ich mich auch intensiv beschäftigte, formulierte es treffend: Du musst als Maler nicht den Fluss oder die Bäume malen, du musst das Fliessen und das Wachsen malen...oh wie wahr und oh wie schwer !
Etwas später, waren mein damaliger Mann und ich mit unserem Freundeskreis öfters im Restaurant Schwelli zum Fisch essen. Es war damals DIE Adresse. Es war gemütlich unter den Bäumen zu sitzen, dierekt am Wasser und immer hing die grosse Reuse am Ausleger. Es war immer ein Hochbetrieb und mitten drin auf dem kühlen Kiesboden unter den schattigen Bäumen lag " der Bäri ". Ein Prachtskerl von einem Berhardiner Hund. Er war gut genährt, er durfte nicht gefüttert werden, aber es kann einem aus Versehen ja auch mal was auf den Boden fallen...hi...hi.
Auch mein Mann war regelmässig im Schwellenmätteli. Zu dieser Zeit war dies ein Geheimtipp, für den besten Masseur in der Stadt. Nebst seiner Ausbildung hat mein Mann dort seinen letzten Schliff erhalten. Masseur war seine dritte Berufsausbildung und massieren ist ein " Handwerk " das gelernt sein will und das aus meiner Sicht ein Männerberuf ist. Aber diese Zeiten und dieses " Berufsverständnis " ist längstens vorbei und dies in fast allen handwerklichen Berufen oder eben auch im Gastgewerbe. Wo gibt es noch Köche, die ihr Handwerk von A-Z gelernt haben. Alles selber herstellen und frisch kochen und die gut bürgerliche Küche beherrschen, wissen was Gastfreundschaft ist und uns für ihre Qualität anständige Preise verlangen...!!!
Der erste Beruf meines Mannes war eben Koch, von ihm habe ich kochen gelernt und deshalb schaue ich auch kritisch auf mein Teller, wenn ich im Restaurant essen gehe.
So, fertig gemotzt....wir gehen weiter Richtung " Englische Anlagen ".
Diese Bezeichnung erhielt dieses Gebiet durch die Erschliessung des Kirchenfelds. Das brachliegende Kirchenfeld im Süden von Bern, ging 1856 an die Berner Burgergemeinde über. Es bildete sich ein Komitee, das den Wunsch äusserte, aus dem Kirchenfeld eine Wohngegend zu gestalten für die " habliche Bevölkerung ", die in der Stadt, sowie im Handel mit dem Ausland, ihre Geschäfte betrieben. Eine Brücke musste her, schöne Gärten und Parkanlagen und schöne Villen und Wohnhäuser. 1879 übernahm eine englische Baufirma diesen Auftrag. Die Brücke wurde gebaut und die Häuser wurden im englischen Stil gebaut. Die Hanglage zur Aare wurde in einen Englischen Park umgestaltet. Heute beinhaltet diese Bezeichnung das Schwellenmätteli, das Dählhölzli und einen Teil des Kirchenfelds. Es war aber auch das Ziel, die Bodenpreise so hoch zu halten, dass kein Proletarier Quartier entstehe....So, so, ich habe diese " habliche Bevölkerung " kennengelernt, auch aus den Botschaften. Meine Eltern und später auch wir waren mit unserem Geschäft und unserer Praxis in einem Zunfthaus eingemietet. Ich hatte " habliche Kundschaft " im Burgerspital und im Burgerheim und wie das damals eben noch war; man kannte sich...und Bern war ein Dorf...wisst ihr schon das Neuste...bla...bla...bla. Ich kann euch nur den guten Rat geben: Lasst euch nicht durch Geld, Titel und Einbildung, blenden. Es ist nicht alles Gold was glänzt !!!!!
Aber ich hatte Kundschaft, die im Winter in ihrem Stadthaus wohnten und im Sommer im Kirchenfeld " auf dem Land " in ihrer Sommerresidenz...ha...ha, das fand ich amüsant.
Von dieser Uferseite hat man einfach einen wunderbaren Blick auf die Häuserzeile der Berner Unterstadt. Hier links im Bild die Rückseite des Beatrice von Wattenwyl Haus.
Auch zu diesem " orangen Haus " habe ich eine Erinnerung. Viele Jahre wurde dort ein Kinderheim-Hort betrieben. Während meiner zweiten Berufsausbildung war von meiner Lehrmeisterin ihr Bub dort in der Tagesstätte. Um 18 Uhr musste er abgeholt werden. Das schaffte meine Chefin oft nicht, so voll war ihr Kundenbuch. Also holte ich jeweils diesen Buben ab und wir spazierten zusammen den " Casino Stutz " ( Weg ) hinauf an die Marktgasse. Er erzählte seine Erlebnisse mit den anderen Kinder und ich erzählte ihm Geschichten....obwohl ich um 18 Uhr laut Arbeitsvertrag Feierabend hatte. Entweder hat man Teamgeist, weis was Freundschaft ist, oder man lernt es nie !
Auch mein damaliger Mann hat seine Erinnerungen an diesen Teil der Aare. Als kleiner Schulbub wohnte er mit seinen Eltern im Mattequartier und ging dort ins Schulhaus. Es war normal, dass diese Häuser immer wieder " nasse Füsse " bekamen. Ein Fluss lässt sich eben nur zum Teil bezwingen und der " Drache des Wassers " wird immer mehr zuschlagen !
Hier nochmal einen Rat von mir: die Aare ist nicht harmlos, sie fordert jedes Jahr ihre Opfer. Beachtet die Baderegeln, eine Schwimmweste gibt Sicherheit, besonders bei Kleinkinder. Und ein zugedröhnter " Böötlikapitän " ( Kapitän für Gummiboote ) durch Alkohol und Drogen, kommt auch nicht immer ans Ziel...!
Aber Jacos und mein Ziel war klar, mit dem Bärenpark Lift gings zum Tramdepot und dort nahmen wir den Bus zum Zentrum Paul Klee. Davon werde ich euch in einem weiteren Post berichten.
Für euer reges Interesse bedanken wir uns und wer noch nicht genug zu lesen bekam, hier noch ein paar Links und ein paar ältere Posts....eure Mis von den JacoMis. 😊
Hier sind ein paar ältere Posts von meinem Leben. Sie handeln von den Erlebnissen mit unserem Riesenschnauzer Hund " Samir ", mit dem ich viel in diesem Aare Abschnitt unterwegs war.






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