# Ein Ausflug nach Moskau und Petersburg – mitten in der Schweiz!
Manchmal entdeckt man die spannendsten Geschichten direkt vor der Haustür. So ging es mir, als ich mich auf einen kleinen Ausflug ins beschauliche Ramsen im Kanton Schaffhausen begab. Aber Moment mal – Ramsen? Was soll daran so besonders sein? Nun, dort gibt es zwei Ortsteile mit den klangvollen Namen *Moskau* und *Petersburg*. Klingt kurios? Das dachte ich auch! Und genau deshalb wollte ich diesen Ort unbedingt besuchen.
## Mit dem Bus nach Moskau
Mein Abenteuer begann mit der Buslinie 25, die mich bis zur Endstation *Petersburg* brachte. Schon auf dem Weg dorthin gab es einiges zu entdecken. Gleich hinter dem kleinen Dorf Buch tauchte ein Waldstück mit dem Namen *Chlii Amerika* auf. „Klein Amerika“ – wie charmant! Doch statt Wolkenkratzer und Highways erwarteten mich hier nichts als Ruhe, ein Schützenhaus und landwirtschaftliche Flächen. Ein perfekter Ort, um einmal tief durchzuatmen.
## Moskau und Petersburg – ohne Visum und Rubel
In Petersburg angekommen, war ich erst einmal überrascht. Keine goldenen Kuppeln, kein Zarenschloss, kein Rotarmisten-Denkmal – einfach nur eine lange Straße, die zum Zollhaus Ramsen an der Grenze zu Deutschland führt. Und auch in Moskau war Russland weit weg. Hier leben gerade einmal 50 Menschen, in Petersburg sogar nur 21. Russisch spricht hier niemand, und wer mit Rubel bezahlen möchte, wird enttäuscht. Aber genau das macht den Charme dieses Ortes aus.
## Historische Wurzeln mit russischem Bezug
Die Geschichte hinter den Namen *Moskau* und *Petersburg* reicht zurück bis ins Jahr 1799, in die Zeit des Napoleonischen Krieges. Damals zogen russische Truppen durch die Region und hinterließen ihre Spuren – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bauer Clemens Gnädinger fand bei der Errichtung seines Gehöfts zahlreiche Hufeisen von russischen Pferden und taufte sein Anwesen kurzerhand *Moskau*. Ein anderer Landwirt namens Peter Neidhart folgte seinem Beispiel und nannte sein Anwesen *Petersburg*. So entstanden die ungewöhnlichen Namen, die bis heute für Verwunderung sorgen.
## Ein Hauch von Nostalgie im Restaurant „Moskau“
Früher gab es in Moskau sogar ein Restaurant namens „Zur Moskau“. In den 1930er Jahren galt es aufgrund seines Namens und seiner Lage direkt an der Grenze zu Deutschland als politisch brisant und wurde 1934 in „Restaurant Hegau“ umbenannt. Heute steht das Gebäude leider leer, aber die Geschichte bleibt lebendig – nicht zuletzt dank des russischen Staatsfernsehens, das 2009 und 2011 vor Ort drehte.
## Ein historischer Bahnhof und ein Schienenvelo
Mein Ausflug endete am historischen Bahnhof Ramsen, der heute von der Museumsbahn genutzt wird. Dort konnte ich eine alte E-Lok der SBB aus den Jahren 1946–1951 bestaunen – ein echtes Schmuckstück! Für Abenteuerlustige gibt es hier auch die Möglichkeit, die Museumsbahnstrecke zwischen Ramsen und Hemishofen mit einem Schienenvelo zu befahren. Das klingt nach einem weiteren Ausflug, oder?
## Fazit: Moskau und Petersburg – ein kleines Abenteuer
Mein Tag in Moskau und Petersburg war ein kleines, aber feines Abenteuer. Es war faszinierend, die Geschichte hinter diesen ungewöhnlichen Ortsnamen zu entdecken und dabei die Ruhe und Schönheit der Region zu genießen. Also, falls ihr mal etwas Außergewöhnliches erleben wollt, ohne weit reisen zu müssen: Packt eure Sachen und macht euch auf den Weg nach Moskau – in der Schweiz! 😊 🚋
Region Hegau
Bus Linie 25
Ehemaliges Restaurant Moskau
Historische Aufnahme
Grenzhaus Ramsen
Moskau 304
Bordstein Moskau
Blick in das Hegau
Alter Bahnhof Ramsen
E-Lok der SBB (1946-1951)












